Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rembrandt
Person:
Neumann, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-868606
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4408885
das aus einer Hrt JTIbstras4tion zu Stande kommt (S. 185-188). Hierin 
ruht die grosse Nacht des Häszlis:hen. ,,l)ie biblisohen Szenen, sagt Grimm, 
zeigt uns Rembrandt mit oft schauderhasten Figuren ausstaffiert. Christus 
zuweilen von erschrecseender Häs3lichs-keit, immer aber so wirklich, das uns 
Widerspruch niemals in den Sinn hommt." Dies aber führt zu einer 
weiteren Betrachtung. 
Wenn zum Wesen der Kunst, sagen wir allgemein: das Leben- 
fördernde gehört, das unsere Snergie erhöht, und wenn wir diese Sigm- 
schast mit wechselnden Husdrür1een: cröstung der Kunst, Schönheit u. s. w. 
benennen, so könnte das HäIzliohe, indem es jenem entgegenwirht, als ein 
zu Vermeidendes empfunden werden. Dies war eine der Grundanschauungen 
Goethes, von dem 
In diesem Gedanken haben wir zu erklären versucht, warum die all- 
gemeine Hnsioht zu der Theorie im Widerspruch steht, das Schöne als das 
Belebende und Interessierende begrüßt, das häßliche aber nicht unrichtig ab- 
lehnt, da sein Dasein und Hnblid( unsere Snergie herabset3t und die Lebens-. 
kraft lähmt. Indessen ist mit dieser einfachen Alternative der Streit nicht 
erledigt. Schön und l"jäs3lich sind Vorstellungen, die der Schale und dem 
5innliohen der Gelt angehören. Sowie die Betrachtung und die Kunst lich 
dem Kern der Dinge zuwendet, verlieren sie ihre Bedeutung und ihren Gegensatz. 
(IIer glaubt, dass der Weg der Kunst immer mehr von aussen nach innen und 
vom Körper zur Seele führe, wird der Meinung sein, dass hierin Rembrandt 
einer der mächtigsten Bahnbrecher gewesen ist. Vor seinem Fluge wird das 
Sinnliche zum chor des k2ichtsinnlikhen, das sich immer williger öffnet. 
Von je schon ist bemerkt worden, wie viel mehr Raum in seiner Dar- 
stellung dem I-llter, körperlicher Gebrechlichkeit und dem Ausdruck gesammelter, 
sorgenvoller geistiger Betrachtung gegönnt ist als der sorglosen Jugend und 
428
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.