Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rembrandt
Person:
Neumann, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-868606
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4407248
Helst am liebsten gar nicht zur Last legen: so gleichgültig ist das Stück 
gemalt, als hätte sich das Interesse mit den Figuren erschöpft. Diese 
Hierarchie belebter und toter Dinge giebt es, wie wir oft gesehen haben, 
bei Rembrandt nicht. Sein E)insel liebkost eine Trommel oder eine Parti- 
lave, als wenn es beseelte Dinge wären. Die k)artisane, die der Leu-want 
trägt, ist als Classe nicht eben ein seltenes Stück, dass ein Künstler sich 
darein verliebte wie in eine schöne orientalische Dolchlcheicle Oder in ein 
schön gestreiftes Seidentuoh. Die Spitze hat die form eines kurzen, zwei- 
schneidigen ScbWMS Mit halbmondförmig gebildeter Querstange; die Stelle, 
wo die metallene Spitze in den Schaft gefügt ist, wird von der Quaste zu- 
gedeckt. Ganz die gleichen Stücke kann man in der (claffensammlung, die 
sich in dem einen, glasüberdeckten Hof des Reichsmuseums befindet, sehen; 
nur ist dort die Vergoldung abgescheuert. Euch auf den Schüt3enstücken des 
Franz Hals kommen sie vor Or. 4 und Z der Haar1emer Reihe), mit blau 
und gelben Quasten, auch wohl goldene Strähnen dazwischen. c(1ie Hals 
diese T1zffen oder auch Fahnen, IIederhandschuhe und Spitzenkragen, seidene 
Schärpen und blumengemusterten Brokat male:-isch sicher und einfach be- 
handelt, ist wundes-würdig; keine überflüssige karbensubstan3, kein starkes 
Impasto. Und so geschieht es, dass wenn man von Hals kommt und vor 
den Rembrandtschen Leutnant tritt, wenn man das aufdringliche Re1ief und 
die mühselige Plastik seiner Dartisane, wenn man die 6oldbroderie seines 
R0ckes und die 6oldlit3en des Hermels, den vergoldeten Rand des stäh12k- 
nen Halskragens mit seinen getriebenen 0rnamenten, seiner blaugoldenen 
Stoffunterfütterung und dem auf den linken 0berarm fallenden Schnur-ende, 
wenn man diese blauweiBe Handschuhborte betrachtet, dass man über die 
zunächst unverständliche farbenkonglomerierung stutzt-""). 0ffenbar war für 
Rembrandts künstlerische Leidenschaft, während er an dieser Figur arbeitete, 
die Vorstellung von Hccesforischem völlig verschwunden. Ob es nun Se- 
 J. sc-an l)ijk, der im 18. Jahrhundert die I2acbtwacbe reltauriert hat, vergleicht die 
0beI-Fläche der palt0S aufgeti-agenen farbenIubltanz am Rock des lIeutnantS mit einem Reib- 
eisen, an dem man Ou5hat pu1verisie1-t. 
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