Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rembrandt
Person:
Neumann, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-868606
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4406768
stellung aus der täglichen Verwaltung. Im ganzen aber fügen sich die 
Maler der Konvention, die nun einmal galt. Sie lassen ihre Figuren wie 
richtige Ik)orträts aus dem Bild heraus den Beschauer ansehen; die Slemente 
von Handlung haben nur attributiven liarakter, wie es von Haus aus bei 
dieser Gattung der Fall gewesen, und sie beschränken sich, gewisse stereotyp 
gewordene Genreziige zur Belebung einzufügen. Dahin gehört auf den 
Regentenstijcken der fast regelmäßige Diener, welcher durch Barhäuptigkeit,- 
d. h. abgenommene Bopfbedeckung von den sich bedeckt haltenden Herren 
unterschieden ist. Häufig beugt ersieh zwischen die Gruppe der sitzenden Herren 
und über-bringt etwas Geschriebenes. Bei Regentinnen entspricht ihm eine 
Dienerin. Ruf Schiit3enstücken erscheint die Zahl und Art der Genremotive 
gleichfalls konventionell eingeschränkt. Die gewöhnlichen sind ein Sich- 
begriisZen, allerhand Beschäftigung mit Sssen und Trinken, als da sind: 
eine k)astete anschneiden, das leere Glas umdrehen, die I2agelprobe machen  
Mit diesen und ähnlichen Zügen soll nichts weiter erreicht werden als der 
Monotonie entgegenwirken, die bei Gruppenbildern von so bedeutendem 
Umfang, durchschnittlich zwei Meter Höhe und drei bis sieben Meter Breite, 
und einer durchschnittlichen Anzahl von fünfundzwanzig lebensgroßen figuren 
ohne eigentliche Handlung unvermeidlich wäre, wollte man sie ausschliesZlich 
nach der Rücksicht auf das deutliche Gesehenwerden anordnen. Die Be- 
urteilung muss jedenfalls daran festhalten, dass die Maler durch den Mitten 
der Besteller aufs stärkste gebunden waren, und das sie angesichts solcher 
wertvoller Bestellungen nur soviel an dramatischer ((1ür3e hing-thaten, z15 
ihrem Gewissen unerläßlich schien, aber nicht nötig hatten, das gewohnte 
I) Das I-Ibfeuern einer flinte hat vielleicht Ren-branclt in der l"2achtwaÖe sue!-It als 
motiv mi-mitgenommen. Ich nehme an, das- es r-an der Bellt von da entlehnt hat, da 
lein Stbiitzenltijch cle5 Roelol Bittrer (Reich5muIeum Dr. 4yy), das bis1,ek 1639 darzu-t wukd-z, 
von Six (0ud Holland X! [1893] S. 1oo)3u 164s verletzt worden ist. Uebrigens wirkt das 
Motiv inmitten der ruhigen Haltung aller Figuren hier lehr gewaltsam. Aus dem gleichen 
Jahr 1643 ilt das Hntwerpener Schijt3enltüd-; vom jüngeren cenierS (Srmitage), wo im 
Hinter-grunci flintenlalven abgegeben werden. 
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