Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rembrandt
Person:
Neumann, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-868606
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4406456
Und nun prüfe man darauf jene Windmühlenlandschaft! Sin bereits 
dunkles Steilufer und ein aufgemauertes Rondell hebt sich linker Hand 
über einen Fluß, der den Reflex des hellen Hbendhimmels empfängt und 
mit diesem Himmel die lichten Stellen des Bildes hervorbringt. Das Gelb- 
blau der cichtpartien steht gegen das dunkele Rotbraun des beschatteten 
Terrains. Die Sinzelftücke aber erhalten ihr Farbenkleid aus einer Zer- 
legung und Oischung der Haupttongegensätze. Hoch über dem FlulZ Auf 
dem Steilabhang steht im Hbendlicht die l3auptperson des Bildes, die sI2ühle, 
deren Flügel in lebhaftem 0rangeton erftrahlend das Gelb des Lichts mit 
dem Rot des Schattens verbinden; die kleinen Figuren unten am Walser 
lind ähnliche Resultanten: eine rote Jacke oder Mütze geben eine einzelne 
aus dem Hkkord gelöste Note, da das Rot im übrigen nur legiert vor- 
kommt. Rein Farbenton, der nicht auf das Ganze abgesti1nmt wäre. Helm- 
lich findet man bei Rubens etwa in der 1Iouvrelandschaft mit dem curnier 
der Ritter die fliegenden Oäntel, die Satteldecken der Pferde als Farbe 
aus den glühenden Sonnenuntergangstönen der Umgebung bestritten. Die 
englische lIandschaftsmalerei hält lich in dieser Tleberlieferung, bis curner 
damit bricht und für die Staffage Romplementärfarbe bevorzugt. So schmückt 
die l2atur gern grüne Sträucher mit leuchtend roten Beeren. Die Land- 
schaft von Fontainebleau ist in diesem Punkt konservativer, während sich 
die unserige entschieden dem Roloristischen zuneigt. Böck1inS prachtvolle 
candschaft mit maurischen Reitern in roten Mänteln oder Thomas 0rpheus- 
landschaft würde Rembrandt grell gefunden haben. 
Seine conanschauung und die moderne Farbenanschauung bilden einen 
völligen Gegensatz, und es ist bekannt genug, dasZ Böcklin in dem Instinkt 
des I2ichtanderskönnens und des I"2ichtsanderesgeltenlassens seiner Oalernatur 
Remb1"äM1t hälZte. wie man einen Feind habt, der der Vers-:ündigU119 Und 
Ausbreitung eigener, für einzig wert und richtig gehaltener (1eberzeugungen 
im Weg steht. Wenn sich Rembrandts Farbengefühl für die IIandschaft in 
zwei Stufen trennt, in eine erste, die die cokalfarbe ausscheidet Und MINI- 
und in eine zweite, die die lIokalfarbe bedingt zuläBt- gebunden M die 
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