Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rembrandt
Person:
Neumann, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-868606
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4405989
er viele von diesen lc)orträts mit offensichtlicher Liebe gemalt hat, gehen 
nun aber gleichzeitig Schöpfunge11 seines eigensten Antriebes einher. Die 
Neigung zu miniaturartig fein ausfiihrender Behandlung, das wissenschaft- 
liche Interesse, hinter die Geheimnisse der Lichtwirkungen zu kommen, be- 
herrschen diesen k01'scl")evC1eU UT-Pf. Je mehr ihm dabei das Licht ausschliess- 
licher und einseitiger Gegenstand seiner Beobachter1eidenschaft wird, um so 
mehr muß sich ihm die Tüchtigkeit des anderen S-ctrems aufdrängen, des 
tiefen Dunkels. Das Dunkel tritt 3unäd7st als stärkster Kontrast neben das 
grelle Licht- c(IeM1 del' HU5gsMgSpunkt für Rembrandt das Beispiel der 
italienischen cenebrosen und ihres Rellerlichts war, so muss diese kont1-ask- 
reiche Art seine Phantasie so eingenommen haben, das er sie zunächst mit 
einer radikalen Sinseitigkeit verfolgte. Die Vilionsdarstellungen, von denen 
die Sprache war, kamen dieser Deigung entgegen. Im übrigen aber würde 
ein Künstler, der I2atürlichkeitsansprüchen Rechnung hätte tragen wollen, 
Stoffe bevorzugt haben, die in geschlossenen Räumen spielen, deren Licht- 
3ufuhr beliebig beschränkt werden kann. Rembrandt hat Gestalten im Ge- 
fängniß, in dunkelen Höhlen, in gewölbten dunkelm Räumen gemalt; aber 
so wie er war, muszten ihm Beschränkungen dieser Art lästig sein. Sr ver- 
dunkelte die Gründe und machte Dacht, einerlei ob die Szene im Binnen- 
raum oder im freien, bei Tag oder im Dunkel spielte. Und dies war es, 
was Aufsehen machte und viel besprod)en wurde. In einem Gedicht, das 
Vondel auf die Malerei eines Rembrandtschülers, Philipp de Roning, machte, 
und in dem deren Heiligkeit gerühmt war, fand man eine Spitze gegen 
Rembrandt, weil dieser nicht davor zurückschrecke, seine Figuren vorn im 
Tageslicht zu geben, dahinter aber schwarze Dacht beginnen zu lassen  Was 
man Rembrandt demnach vorwarf, war das (1nnatürliche seiner Beleuchtungs- 
art. fragen dieser Gattung sind in der neueren Zeit zu oft erörtert worden, 
als dass es notwendig wäre, ausführlich darauf einzugehen. Der ganze 
Stier der neuesten Malerei hat sich gegen die Unwahrheit gewendet, im 
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