Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rembrandt
Person:
Neumann, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-868606
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4405568
welches breitflächig ist, und bei dem sich trotz der Jugend bereits ein Doppel- 
kinn meidet, wichtig, dass es als Ton zwischen dem breiten Kragen und den 
reichen blonden Haaren ruht, die koloristisch stark mitsprechen. Die eine 
Händ ist M dem schönen schwarzen- DIE schmalen, weiszgeränder-ten 1Jitzen 
benähten Mantel versteckt; die andere ist als fleischton besonders sorgfältig 
konstruiert. Im Rock wird ein weisser Hermel sichtbar; dann folgt die 
Manschette; die aUSgeTtTEd2te Band hält den grauledernen Handschuh. Der 
Handschuh und die Manschette samt Hermel sind koloristisch genommen 
Strebepfeiler, um die fleischfarbe der Hand zu stützen, ihren Ton abzu- 
schwächen und dem übrigen Ton besser anzugleichen. Man kann sagen, 
dass der cokalton Rembrandt genierte  bei dem entsprechenden Damen- 
bildnis3, der Frau des Martin Daey, ist der Fall technisch noch etwas ver- 
wickelter  und dass er ihn unschädlich zu machen bemüht war. Tlas den 
fleischton der Hände in der unteren Bildhälfte angeht, so kann man an 
einer ganzen Reihe von Beispie1en sich überzeugen, das er gern entweder 
mit tieferem Schatten bedeckt wurde oder dem Handschuh Platz machte, 
dessen Farbe beliebig zu wählen und zu stimmen war. Das Häusigste ist 
 freilich, dass das BildniB in ein 0va1 kam und Brustbild ohne Hände wurde ; 
im übrigen aber war noch mit einem umdrapierten Mantel zu helfen, um 
Arme und Hände zu verstecken. Bei dem (-3ruppenporträt der Hnatomie 
des Doktor Tulp kommen auf acht figuren kaum fünf sichtbare Hände, und 
dies erklärt sich nicht aus Bequemlichkeit und Ungeduld, sondern aus dem 
BedürfnisZ harmonisierender Stimmung. Gar also die Dämpfung der cohz1- 
farbe die eine, die negative Seite des Rembrandtschen Smpfincien5, so ging 
damit das Streben, den Ton zu vereinheitlichen, untrennbar einher. für 
den Künstler selbst war dieses Verlangen nicht neu. Die sogenannten 
l()hilosophen des lIouvre, kleine Gestalten einsamer Denker in einem groben, 
gewölbten, für das Studium nicht recht geeigneten Gemach, zeigen dieses 
Hinarbeiten auf den 6esamtton mittels einer schwef1ik1, gkkjnm Färbung; zu- 
mählich erwärmt sich der Ton und nimmt eine rötliche Basis an. Dies geht 
sich steigernd bis zum branstigen weiter. Besonders die Se1bstbild.nisse und 
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