Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rembrandt
Person:
Neumann, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-868606
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4403688
Inhalts,die Annehmlichkeit und das Interesse des Buches zu erhöhen. ((Iem, 
Arbeiten der ersten Art nicht zum Lesers, sondern zum Studieren oder Dach- 
schlagen bestimmt sind, so muB man von denen der zweiten Art sagen, dass 
sie schwer lesbar sind, weil das Bestreben, höhere Gesichtspunkte zu gewinnen, 
durch die nieder3iehende Masse der Sinzelbeobachtung fortdauernde l5emmung 
und driickenden-Ballast"erfährt.  Viele Werke, die ein Künstler hervorbringt, 
kreisen um ein und dasselbe problem; ausser über Aeuszerlichk"eiten gestattet 
nicht jedes, etwas Neues auszusagen, und so kommt es zu endlosen Wieder- 
holungen. Das Kataloggerüst ist sozusagen stehengeblieben, und noch keine 
freie Ansicht gewonnen worden.  
Nun ist aber eine ganz andere Oöglichkeit denkbar. Oan sucht hinter 
 den Werken den Künstler, der sich je nach dem wechselnden Puls des 
Lebens, nach Gunst oder T1ngunst seines (-3enius, bald freier und unmittel- 
barer, bald unvollkommener in seinen Werken ausdrückt. Oan"sT0htih11 
von mannigfachen Antrieben geleitet, von gewissen Vorstellungen beben-seht, 
von gegenteiligen Kräften hin und her gezogen mit sich selber ringen, bald 
heftig und gewaltsam sich aussprechen, bald glücklich und hA1'M10S seine 
Fähigkeiten üben, bis endlich eine-breite, ein-e königliche Straße sich aufthut- 
die.seinen Weg bezeichnet. Der 6enius enthält in sich eine clebersülle von 
Möglichkeiten, von denen die geleisteten Werke vielleicht nur eine kleine 
lese und Auswahl sind. In dem Augenblick, wo diese Beobachtung und 
Si-.kenntnisz gewonnen wird und sich als ein problem aufthut, und wo es 
nun gilt, die Künstlerseele als das eigentlich Schafsensmächtige undiskr- 
sprüngliche zu schildern, zu begreifen, in ihrer l()sychologie zu analysieren, 
verwandeln sich die Werke ihrer Zahl und vermeinten Vollständigkeit nach 
in etwas mehr Zufälliges; sie. erscheinen nun als Belege, als "Aeuszerungs- 
weisen  und um so wichtigere Belege, je karakteristischer sie sind  einer 
Kraft, die über ihnen steht. Die Künstlerpersönlichkeit wächst über den 
s-Werken empor, und es entsteht der unsägliche Reiz, diese Persönlichkeit zu 
fassen, aus den Werken herauszuarbeiten und als.das eigentlich Wahre 
Zum leben und Sprechen zu bringen. 
X
        

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