Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Karl Rettich
Person:
Lenz, Georg Saxen, Peter Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-868592
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4370691
um recht lange daran zu zehren.  sehr angenehm ist es mir, selbst ein Bild hier zu 
haben, um zu vergleichen, auch bin ich nicht unzufrieden damit, daß man mein Bild so 
gehängt hat, daß es so gut wie garnicht ausgestellt ist, denn es ist geistloses Zeug und 
zeigt mir recht, wie notwendig es ist, im Zusammenhang Mit dem kAt11iigiteI1. was IS- 
leistet wird, zu bleiben, um die selbstkritik nicht zu verlieren. Trotz dieser Erkenntnis bin 
ich unverzagt und gebe die Hoffnung nicht auf, etwas Braud1bares zu schaffen, da das 
6eistlose meiner Bilder weniger in der Idee und Auffassung der i"iatur als vielmehr in der 
nrt des vortkag- liegt. nach I-in ich kalt meinem nnfentbalt in Dresden gen: zufrieden. 
da ich anderswo nicht den Mut gehabt hatte, soviel ZU lJWelI1- UND dsd1lI'tli gTIMlkl1ätte- 
mit lIin[el und lIalette umzugehen; nur sehe ich ein- döfi W) M Dresden keine Bildel'- 
sondern Studien gemalt habe. Wie lange die erhaltenen Eindrücke lebendig bleiben und 
es mir nun möglich sein wird, auch ohne fortgesetzte Anregung von außen Bilder zu 
malen, muß der kommende Winter zeigen, und davon muß Es sN1It1get1- Ob ich in 
Dresden bleiben kann, ohne daraus zu verzichten, M7el'l1IUlIk MDö5 III cSl1eI1ZU lMMkleI1- 
 Daß mich die Franzosen in der liusstellung l)eidlldlII'S kl1kSI'SisIekei1- wird die) Miit 
überraschen. Zwar bin ich weit entfernt, alles zu unterscilI'OIk1en, was sie CAN-Zelt haben- 
sondern im 6egenteil findet sich in der 1ibteilung für franzlisische Bilder ganz besonders 
viel barockes Zeug, aber nichts, an dem man kalt vorübergeht, und von dem man nichts 
lernen könnte, sei's auch, wie man es nicht zu machen hat. Mir scheint die große Masse 
der Franzosen mit Ehrgeiz oder vielleicht aus Eitelkeit zu malen, die Deutschen dagegen 
um des lieben Brotes Willen, und das ist herzlich langweilig. Die Franzosen malen 
die Erscheinung der 6egenstande in ihrer 6esamtwirkung und verschmähen jede Einzel- 
teirkung dem 6anzen zu Liebe; die Deutschen malen die Gegenstande selbst, betonen 
jede Sinzelheit und verlieren darüber die Harmonie des üanzen.- 
-l9) Vergl. S. Si. 
So) vergl. l-.iustav l-lerne -in liunstangelegenheiten.- Gegenwart. lahrgang l8l4. 
Band il. S. i55. 
51) Zeitschrift für bildende Kunst. l88l. Band )(Vl 225 und hold. B. XVi -it) und 
B. Vii -in. 
52) kheodor Hagen, i:andschastsmaler: 
Boetticher a. a. O. il. S. tl-is. 
lllustrierter icatalog der 1ahrhundertausstellung a. a. O. Band il 208. 
l"li; 665J06o. 
Muther -t5eschlchten der Malerei des le. 1ahrhunderts.i. Bd. iii. S. 420. 
53) liarl Buchholz, candschaftsmaler: 
Boetticher a. a. O. Band il. S. l4l. 
lllustrierter lcatalog der ]ahrhundertausstellung a. a. O. Band il. S. 60. 
ils; les-202. 
54) Hans Peter keddersen: 
Boetticher a. a. O. Band is. Seite 29l. 
lllustrierter liatalog der sahrhundertausstellung a. a. O. Band il. S. ll0. 
til; -lob--li0. 
55) vergl. Zeitschrift für bildende lcunst. Band v1i -los. 
so) vergl. Zeitschrift für bildende Kunst. Band Viil. -it-2. 
57) von der zweiten norwegischen Reise Bottich- im sahr l874 ist nur noch ein 
Brief eOkI)IlIdel1- aus welciieI1I Ol'iitl'liliCil ist, daß Rettlch nur einen Reisegefährten, den
        

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