Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Karl Rettich
Person:
Lenz, Georg Saxen, Peter Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-868592
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4370360
format zurückzukehren und z. B. auch in diesem Winter 1878J79 -zwischendurch 
einige kleine Marinen mit stillem Wasser und populärer Spiegelung zu fabrizieren, 
um dieselben bei ganz kleinen Preisen auf den Weihnachtsmarkt zu werfen-. 
Don den großen Bildern dieses Iahres ist das 6emälde -cinsamkeit- zu er- 
wähnen, welches in Weimar großen Beifall fand, aber nicht mehr ermit- 
telt werden konnte 70J. Der Künstler selbft legte noch größeren Wert auf das Bild 
-l"lorwegische candschaft-. Es gibt einen Blick über breitflächige Strand- 
a)iefen, die mit Kühen belebt sind, deren dunkle Silhouetten sich wirkungsvoll 
vom weißbrandenden, tief einschneidenden Meerbusen abheben. im Hinters- 
grund schiebt sich ein 6ebirgszug bis zum Meere vor, über dessen schwarzen 
hangen gewitterschwere Wolken lagern, während jenseits des Busens bereits 
ein zackiger Blitz in die noch sonnigen grünen l-luen fährt.  Das Bild zeigt 
wiederum die großzügige i-"lächenbehandlung, die impofante cinienführung und 
überaus rvirkungsvolle Beleuchtung, UT Mk RMicl15 nun immer mehr sich 
ausprägendelndividualitat bezeicl1I1Sl1D sind- El' selbst sCl1Ml7kI -H) l1ölIT DE-IS 
deutliche Bewußtsein, damit einen guten Schritt vorwärts getan zu haben und 
freue mich auf das nächste große Unternehmen nach der vor fahren in Rosen- 
hagen gemachten Skizze -Kühe am 0stseestrande-. Die im Besitz von Fräulein 
l-luguste Rettich befindliche Photographie des leider vers(hollenen 6emaldes 
-Kühe am Ostseestrande-, welches nun auf die beiden großen l"iorweger 
folgte, läßt so recht den fördernden Einfluß erkennen, den die norwegifchen 
Reisen auf Bettichs Behandlung der heimatlichen lIandschaft ausübten.  in dem 
besprochnen norwegischen Bilde treten uns der nordischen lIandschaft entsprechend 
die außerordentlichen Beleuchtungswirkungen gewissermaßen materiell d. h. in 
engem Zusammenhang mit den Boden- und Wolkenbildungen entgegen, wodurch 
sie nur eine Steigerung eines an sich schon vollwertigen landschaftlichen Motivs 
bedeuten. in den -Kühen am 0ftseeftrand- unternahm er es, nur den an sich 
schon künftleriscl1 bedeutenden einfachen Gegensatz von Licht und Schatten, 
i-at-bigkeit und Dunkelheit in einer gegen das Licht gesehenen, einfachen, nur 
durch eine Kuhherde belebten deutschen Küstenlandschaft da-zustellen. -ich bin 
bisher-, schrieb er, -um dieses fehr dankbare künstlerische Motiv herumgegangen 
wie die Katze um den Brei, da die Aufgabe keine leichte, und ich Schiffbruch 
fürchtete, hoffe aber jetzt der Sache gewachsen zu sein.s- Rettich hatte in 
ilorwegen die Wirkung großer, derartig beleuchteter Flächen studiert. Daß es 
ihm durch llebertragung dieser Eindrücke gelang, aus einem so einfachen Motiv 
ein Kunstwerk von großer Wirkung zu schaffen, muß als entschiedener künst- 
lerischer Erfolg hingestellt werden. Durch den denkbar einfachen Segensat-; zwischen 
der ruhig sonnigen lIandschaft und den kräftig dunkel darinftehenden charakte- 
ristischen Silhouetten der Tiere, die jedes für sich in immer anderen Formen die 
einheitliche Beleuchtung betonen, ist eine ebenso schlichte wie großartige Wir- 
kung erzielt.  cs muß endlich die plaftische, raumbildende Wirkung der Kuhberde 
gerühmt werden, die dem Bilde eine große sichere Ruhe verleiht. jedes einzelne 
Tier hat seine Besonderheit, die vom Künstler liebevoll beobachtet und mit 
großer zeichnerischer Sicherheit zum Ausdruck gebracht ist. Die sol"glE3MglkS11
        

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