Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Buch der kunstgewerblichen und künstlerischen Berufe
Person:
Widmer, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-861926
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-864418
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Die Rrtbitektur 
meine flrbeit bestand hier im Rufzeichnen von Entwürfen und deren 
Details zu Wohnhäusern und kleinen Kirchen, nebst den zugehörigen Kosten: 
anschlagen, im wesentlichen meist nadi mustern, die durdi frühere Husführ: 
ungen gegeben waren. Schließlich bot sich für mich Gelegenheit, aushilfsweise 
in das Baubureau einer Oberpostdirektion zu kommen mit Gehaltvon neunzig 
mark pro monat, und von dort wurde id) dann einem Postneubaubureau mit 
gleichem Gehalt zugeteilt. in diesem Bureau war ich auch wieder mit Huf: 
tragen von Entwurfs: und Detailzeichnungen beschäftigt, nur daß hier Post: 
gebäude die Objekte waren. 
Uon den nun beginnenden Ersparnissen fing ich an, mirBiicher und Fach: 
zeitschriften zu kaufen, aus denen ich in der Folge durch eigenes Studium 
alles jeweils erforderliche (Uissen schöpfte. 
Die erste Eaclfschrift war naturgemäß die „Deutsd)e Bauzeitung", welche 
neben belehrendem Inhalt noch im lnseratdlnhang Stellenvermittelung bot. 
Dazu kam die "Hrchitektonische Rundschau" mit Hbbildungsmaterial. 
Hlle freie Zeit wurde wieder von mir wie vorher und auch nachher noch 
auf private Studienarbeiten, zeichnerische Übungen, Entwurfsversudie ver: 
wandt. Es waren dies wieder Zeidrnungen zu (Uohnhäusern, Uillen und 
kleinen Kirchen. 
Hls nad) etwa neun monaten meiner dortigen Cätigkeit jenes Postbureau 
aufgelöst wurde, fand sid) wieder eine Hushilfsstelle in einer Kreisbauinspek: 
tion. ich erhielt hier bereits monatlich hundertfünfzig mark und wurde als 
Bautedaniker angesehen, obwohl ich selbst im stillen nodi plante, eine Bau: 
gewerksdiule zu besuchen. Die zu leistende Hrbeit war hier ähnlich wie 
in der vorigen Stellung, nur mit ein wenig größerer Selbständigkeit ver: 
knüpft. 
in dieser Zeit machte ich den ersten Uersuch, mich an einem (Uettbewerb 
zu beteiligen. Es betraf dies eine Fassade für ein Geschäftshaus in Berlin. 
Dieser Entwurf fand, wohl wegen der brauchbaren Grundidee, trots sonstiger 
Unreife Hnklang, insofern er zum Hnkauf empfohlen wurde. 
Dach Beendigung obiger Cätigkeit arbeitete ich kurze Zeit in einem Ge: 
sdyäft für Kirdaenausstattung, um dann in ein kleineres Berliner Jlrchitektur: 
bureau einzutreten, wo ich als Hrchitekturzeidiner besonders mit dem Huf: 
zeichnen von perspektivischen Bildern zu tun hatte, die ich damals tadellos 
herstellte. mein Gehalt stieg hier von hundertfünfzig mark auf hundert: 
achtzig mark monatlidr.
        

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