Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Katechismus der Porzellan- und Glasmalerei
Person:
Ulke, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-859013
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-859911
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Pokzellanmalerei. 
praktische Untermalung und Herstellung derselben zwingt uns, 
reine und gen1ischte Farben naß in Naß neben einander zu 
sehen nnd zusammen zu ziehen. Die Blumen werden uns 
zeigen, wie der helle, meistenteils unvermischte Lokalton der- 
selben schon in zwei Stärken angelegt werden kann. Was also 
früher mit großer Mühe durch Untermalung eines Halb- 
schattens geschah, geschieht jetzt auf eine leichtere Art in 
dem Anlegen von stärkeren und schwächeren Tönen aus 
einer Farbe. , 
Bei einiger Übung wird sic) dieser Vorteil beim Anlegen 
mit Farben bald sehr lohnend zeigen, umsomehr als ähnliches 
bei dem Probeaufstreichen der Farben schon beobachtet werden 
mußte, wobei dieselben, vom dunkelsten Tone anfangend, sich 
allmählich bis ins hellste Vertreiben auf weißer Fläche 
verlieren mußten. 
Es wird sich weiter zeigen, wie der meistenteils graue 
Halbschatten in und an das Halblicht angeseHt werden muß, 
wie ferner die dunkleren, andersfarbigen Stellen, welche z. B. 
bei den Tulpen in den später gegebenen Vorlagen vorkommen, 
auf das möglichst reine, weiße Porzellan, und zwar in heller 
und dunllerer Farbe angelegt, oder die helleren Stellen aus- 
gehoben werden müssen. Ebenso wird es auch vorkommen, 
daß die dunkelsten Schatten, jenachdem es die Farbe in ihrer 
Härte bedingt, gleich bei der Untermalung anzulegen sind, da 
diese harten Farben vielleicht beim zweiten Feuer, welches 
meistenteils schwächer ist, nicht ausbrennen und somit matt 
und stumpf in den anderen, glänzenden Farben dastehen 
würden. Es ist diese Vorsicht sehr zu empfehlen, namentlich 
bei dunklem Braun, Dunkelviolett, auch mitunter bei unver- 
mischtem Dunkelgrün, sowie dunkel gemischtem Blau und 
Schwarz. 
Diese Farben müssen ihrer Strenge oder Härte halber 
schon beim Untermalen fürs erste Feuer als gültig angelegt 
und korrekt hingeseHt werden. 
Das Jneinandermalen wird nicht allein bei Blumen, 
sondern auch bei den die Blumen begleitenden Blättern,
        

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