Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Katechismus der Porzellan- und Glasmalerei
Person:
Ulke, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-859013
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-859621
übertragen der Zeichnung auf das PorzelIan. 
39 
Finger in das Papier eingerieben. Wir nehmen aus guten 
Gründen zu dieser Herrichtung der Rückseite der Pause Rötel 
hinzu; denn reiner Graphit würde die Pause zu schwarz 
färben, so daß die vordere Zeichnung undeutlich werden 
würde. Durch einen Probestrich auf die Glasur wird die 
Richtigkeit des Einreibens festgestellt. Die Pause wird nun 
durch Klebwachs auf die zu bemalende Fläche des PorzelIans 
befestigt. 
Von dem Einreiben der Malflä(he mit fettem Terpentin 
oder gar Dicköl, wie es in der Neuzeit gern geübt wird, 
müssen wir aber dringend abraten, ganz besonders, wenn 
große Flächen mit Farben ganz gleich angelegt werden 
sollen. Wohl läßt diese Manipulation den Pausestrich 
klar und dunkel erscheinen, aber wir plagen uns lieber 
ein wenig be-im Anzeichnen, als daß die ganze Fläche ver- 
mittelst der Ole Staub aufnimmt, wodurch es zur Unmög- 
lichkeit wird, eine reine Farbfläche zu erhalten. Um jedes 
Unsichtbare Stäubchen seht sich die flüssige Farbe herum, 
in ganz kurzer Zeit erscheint die ganze angelegte Farbenpartie 
wie mit dunklen Punkten iibersät, und es ist somit die Klarheit 
der Farbenanlage gänzlich verdorben. 
Wohl kann man mit dem Stupfpinsel diese Fläche, wenn 
sie im Trocknen begriffen ist, d. h. die Farbe nicht mehr 
zusammenläuft, iiberstupfen, so daß die Farbe, welche sich um 
den Staub gesetzt hat, wieder aufgehoben wird. Aber es 
bleibt dies doch nur ein Notmittel, da die Farbe infolge zu 
vielen Stupfens tot erscheint und beim Brennen auch selten 
den schönen Schmelz bekommt, welchen wir von ihr verlangen. 
Da der Stupfpinsel gerade gebunden ist, so ist es schon dadurch 
angezeigt, daß er in senkrechter Lage, von oben nach unten, 
zu führen ist. Es wird mit der Pinselfläche ganz leicht auf 
die schon etwas zähe Farbe getupft. Zuerst werden die 
dunkleren Stellen übergangen, und die helleren erhalten von 
dem Pinsel wieder die aufgenommene Farbe. Auf diese 
Weise tritt ein Egalisieren selbst bei der größten Farbenfläche 
ein. Doch hüten Sie sich, mit dem Stupfpinsel die Farbe
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.