Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Katechismus der Porzellan- und Glasmalerei
Person:
Ulke, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-859013
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-859542
im Laufe der ersten Tage aus dem Terpentinölgeschirr fette, 
zähe Tropfen über den Rand desselben steigen, an diesem 
dann herablaufen und zuletzt einen dicken, zähen Sah in 
dem größeren, untergestellten, flachen Glase oder Porzellan- 
gefäße bilden. Dieser zähe Salz des Terpentinöls wird 
dann in eine Schale, am besten eine solche mit SchnäuHel 
(wie man die vertiefte Ausgußstelle nennt), gethan, dann 
wird altes Terpentinöl daraufgegossen und ebenfalls mit 
einem steifen, durchlöcherten Papier oder dünnen Puppen- 
deckel vor Staub geschützt. Es wird sich nach ein paar 
Tagen eine Auflösung des zähen SaZes zeigen. Die Farbe, 
welche durch Auswaschen des Pinsels sich demselben mit- 
geteilt haben kann, hat sich bereits zu Boden gesetzt, und 
die gelbe, schwerlaufende Flüssigkeit kann in die Vorrats- 
flasche für Dicköl gegossen werden. 
Zu beachten ist besonders, daß die Gewinnung des 
Dicköls nur durch ein ältere-Z Terpentinöl stattfinden kann. 
Jst das Terpentinöl zu mager, besitzt es nur wenig oder 
keinen Fettstosf, so kann die Gewinnung des Dicköls aus 
demselben sehr kostspielig werden. Bei vollständigem Mangel 
an Dicköl greifen Sie als Aushilfsmittel zu dem 
Copaivabalsam. Er hat vor allem dann immer noch den 
Vorzug. Kommt jedoch etwas zu viel davon unter die 
Farbe, so reißt er gern im Brennen, d. h. die Farbenfläche 
bekommt U Sprünge, und zwar viel eher, als es bei 
gleicher Ubersättigung der Farbe mit Dicköl der Fall sein 
würde. 
Diese zwei oben angegebenen Verfahren, Dicköl zu bereiten, 
liefern allein das gute Malmittel. Mit Nelkenöl verbunden, 
macht es, wie schon gesagt, die Farben geschmeidig und bringt 
dieselben auf eine gewisse Höhe von Fettigkeit. Die Farben 
fließen leicht aus- dem Pinsel. Es bleibt hell und klar in 
feiner Farbe und verursacht bei mäßiger Anwendung nie ein 
Reißen der Farben, was bei anderen Jngredienzien, die man 
beniiHt, leicht vorkommen kann.
        

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