Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Katechismus der Porzellan- und Glasmalerei
Person:
Ulke, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-859013
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-861521
E Einbrennen oder Schmclz-en der Farben auf das Glas. 
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Fugen zwisc)en Muffelfalz und Deckel werden mit nicht zu 
dünnem Lehm verftrichen, damit die Muffel hierdurch 
hermetisch verschlossen wird. Es darf kein Rauch und auch 
kein nässender Dunst des Lehmes in die Muffel eindringen. 
Nun wird der Feuerungsvorseher in senkrechter, bündig 
laufender Linie der Außenmauer des Brennosenmantels vor- 
gestellt und ebenfalls mit Lehm verstrichen. So ist denn der 
Raum zwischen MuffelvorseYer oder -Deckel und dem äußersten 
Vorsex3er als vordere Feuerspielung hergestellt. Die Durch- 
sicht in die Muffel, welche, wie gesagt, ungefähr 2-3 cui 
vor dem äußersten FeuervorseHer heraussteht, und deren 
rund herumlaufende RiHe werden ebenfalls mit Lehm ver- 
strichen.  
Jst dies alles geschehen, so wird das Holz unter der 
Muffel angezündet. 
Als Feuerungsmaterial ist das trockene Fichtenholz jedem 
anderen vorzuziehen. Es ist das reinlichste und erzeugt am 
wenigsten Rauch, es verbrennt am fliichtigsten, giebt am 
schnellsten die über der Muffel zusammenschlagende Stich- 
flamme und hat wenig Harz. Buchen- und Eichenholz muß 
seiner gespalten werden, wenn es zu diesem Zwecke dienen 
soll. Wohl sind infolge der Verbesserungen, welche in neuester 
Zeit bei den Feuerungsanlagen gemacht wurden, auch in dem 
Bau unserer Brennösen große Fortschritte zu verzeichnen, so 
daß jetzt jedes Brennmaterial, Steinkohle, Pech- oder 
Glanzkohle, Braunkohle, Torf u. s. w. auch bei unserem 
Brennen verwendet werden kann. 
Das Dunstrohr bleibt offen. Es wird nun langsam 
gefeuert. Nachdem aber nach IX, bis 3,Ä,stündigem Feuern 
die Muffel mit den Gläsern in eine hochgradige Wärme 
gebracht ist, kann zu rascherem Schiiren, wie es das Brenn- 
Material verlangt, in einem gewissen Steigerungsgrade 
geschritten werden. 
Es wird vorn auf den Feuerungsrost mehr Holz gelegt 
als hinten, da das Feuer durch den Zug stets von selbst mich 
rückwärts zieht. Die Einsicht in die Muffel wird nach
        

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