Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Katechismus der Porzellan- und Glasmalerei
Person:
Ulke, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-859013
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-861050
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Glasmalerei. 
Um den alten Meistern nachzukommen, sie gewissermaßen 
zu imitieren, können auch vor dem Einölen die Halblichter 
mit dem Finger l)erausgewischt werden. Die höchsten Lichter 
aber werden mit dem Federkiel vollends herausgeholt.- 
Doch wir schreiben für Anfänger, und diese gehen sicherer, 
wenn sie alles für das erste Feuer Bestimmte aus dem 
getrockneten, niiht eingeölten Überzug herausradieren. Die 
Fleischteile bekommen durch Radieren ihr höchstes und ihr 
Halblicht, ihre ModelIiexung, die Gewänder ebenfalls ihr 
- höchstes Licht, sowie die Ubergänge in die Halbschatten. Die 
Architektur bekommt auf den höchsten Stellen Lichter mit dem 
Radierholze oder dem zugeschnittenen Gänsekiel. Um diese 
etwas weicher erscheinen zu lassen, wird mit dem runden 
Borstenstupfer der Ubergang in die Halbschatten etwas nach- 
gestupft. 
Jst nun alles fertig in der Radierung, so werden die 
Gläser von der Stasfelei genommen und in derselben Folge, 
wie sie aufgeklebt waren, mit der Radierung nach unten, in 
den iiberspannten Rahmen gelegt, so daß die glatte Rückseite 
derselben nach oben zu liegen kommt. 
Diese leHtere wird nun noch einmal mit einem reinen 
Lappen oder Rehleder geputzt, da die bearbeiteten Gläser durch 
das Angreifen oder das Aufkleben mit dem Wachs leicht fettig 
geworden sein könnten. 
Die Halbschatten, welche der Überzug auf der vorderen 
Seite bildet, können jeht auf der Rückseite des Glases noch 
durch einen dreimal dünneren Uberzug unterstiiyt werden. 
Die Lichter werden aus dem mit Gummi oder Honig ver- 
seHten Uberzug mit dem Finger herausgewischt. 
Wir kommen jeht zur letzten, vor dem ersten Feuer noch 
zu erledigenden Arbeit. Diese besteht in dem Auftragen von 
Silbergelb.  
Das auszuführende Fenster soll weiße Architektur erhalten 
mit goldigen Krappen, Lisenen, Wulsten, Kapitälen, Hohl- 
kehlen, Sockeln, Dächern der Tiirmchen und Fialen u. s. w.
        

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