Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Katechismus der Porzellan- und Glasmalerei
Person:
Ulke, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-859013
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-860551
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Glasmalerei. 
Fabrikation der bunten, in der Masse gefärbten Hüttengläfer 
durchaus als eine noch sehr beschränkte erscheint. 
Darum ist diesen Männern ein immerdauerndes Verdienst 
nicht abzufprechen. 
Alte .iIlkis1kr. 
Es ist allgemein bekannt, daß bunte Gläser schon im 
Altertum hergestellt wurden. Da lag es wohl nahe, daß man 
im Mittelalter die Gotteshäuser mit denselben so schön und 
stimmungsvol1, als nur irgend möglich, ausschmückte. 
Die erste Verwendung des bunten Tafelglases dürfte 
nur in mosaikartigen, mit Blei zusammengefaßten, geo- 
metrischen Formen bestanden haben, die wenig, oder gar keine 
Konturen hatten. Die Glasstücke wurden noch gesprengt, 
mit der Zunge bezwickt, gekröselt und die teilweise großen 
Unebenheiten, welche durch diese Behandlung entstanden, etwas 
geschliffen. Indem man die noch sehr beschränkten Farben- 
nuancen verteilte, gewann man Zeichnung und Form durch 
das gegossene, eingehobelte und geschnittene Blei, später durch 
die getriebene Bleirute, und es dürfte wohl jene Thätigkeit 
noch kaum als Glas-malerei zu bezeichnen sein. Es war mehr 
ein handwerks-mäßiges Zusammenfügen von bunten Gläsern, 
wie man es noch heute findet, und die ausführenden Kräfte 
bildeten gleichsam die Vorstufe der Kunftglaser, welche noch 
jeHt in den Glas-malereien beschäftigt sind. 
Erst in das 10. und 11. Jahrhundert fallen, wie es der 
Mönch Theophil, der im 12. Jahrhundert lebte, erwähnt, 
die Anfänge von wirklicher Glas-malerei. Diese sind besonders 
in Reims, Tegernsee, Augsburg und Dijon zu finden, wie
        

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