Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Polar- und Parallelperspektive als Lehrmittel für Lehrer und Schüler an Oberrealschulen, Industrie- und Gewerbeschulen und anderen mittleren und höheren gerwerblichen und technischen Lehranstalten sowie zum Selbststudium
Person:
Delabar, Gangolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-859008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3967963
subjektiver Hinf1cht wie alle Parallelprojektionen gegen 
die pp l arpersp ektivisch en Bilder zurückstehen. 
100. Diese Projektionsart ist denn auch schon lange 
her ss und zwar lange bevor man nur an die ortho: 
gonal:axonometrischen Projektionen dachte  von den 
Praktikern zur Anfertigung von perspektivartigen Zeich: 
nungen unter verschiedenen Namen angewendet worden. 
So z. B. unter den Namen der Kavalierperspek: 
tive, der Militär: und Vogelperspektive 2c. 
Bei der Kavalierperspektive wird die Bildfläche 
in vertikaler Stellung und parallel mit zwei Koordi: 
natenadhsen Cgewöhnlich parallel mit den Aehsen der X 
und ZJ angenommen, so daß sich diese darin stets in 
wahrer Größe projizieren, während die dritte Achse 
Calso die Y:AchseJ dazu senkrecht ist nnd sich in schiefer 
Lage ebenfalls in wahrer Größe und unter einem Reis 
gungswinkel von 450 zum Horizont projiziert. Es ist 
dies somit eine isometrische schiefe Projektion, wobei zwei 
Akhsen einen rechten Winkel und die dritte Achse mit 
ihnen gleiche Winkel von 1350 oder mit dem Horizont 
einen Winkel von 450 bildet. 
Bei der Militärperspektive werden hingegen die 
Bildfläehe in horizontaler Stellung und die projizierenden 
Gnaden unter Winkeln von 450 zu derselben Auges 
Uommen. Es ist dies ebenfalls eine isometrische schiefe 
Projektion, wobei zwei Achsen, nämlich die Achsen X 
Und Y, einen rechten Winkel miteinander bilden, und die 
dritte, die ZsAchse, mit ihnen beliebige Winkel macht. 
Bei der Vogelperspektive endlieh wird der 
Lichtstrahl beliebig schief zur Bildfläche angenommen, 
die selbst vertikal oder horizontal sein kann, so daß sich 
die Achsen ganz beliebig groß und unter beliebigen 
Winkeln darstellen. 
101. Wünscht man, wie es gewöhnlich der Fall ist, 
daß die am darzustellenden Körper vorkommenden ver: 
tikalen Geraden auch in der schiefen Projektion die 
aufrechte, d. h. die zur Grundlinie der Bildfläche 
senkrechte Richtung erhalten, so hat man die Pro: 
jektionsebene selbst vertikal anzunehmen. Denn dann 
schneiden die durchgelegten, ebenfalls vertikal projizieren: 
den Ebenen der Gesichtslinien die Bildflijche notwendig 
in vertikalen Geraden, und dies sind eben die Projeks 
tionen der gedachten Geraden, die daher im Bilde aufs 
recht oder senkrecht zur Grundlinie der Bildfläche zu 
stehen kommen. Die zur Bildfläche parallelen Linien, 
Winkel und Flächen projizieren sich in wahrer Größe, 
und alle rechten Winkel dieser Lage stellen sich wieder 
als rechte Winkel dar Csiehe die Figuren 74ss77J. 
102. Wird dagegen gewünscht, was jedoch seltener 
der Fall ist, daß alle am darzustellenden Körper vors 
kommenden horizontalen Geraden auch in der kIinos 
gonalen Projektion horizontal bleiben, so ist eine 
horizontale Ebene als Bildfläche anzunehmen. Denn 
dann schneiden die durch die horizontalen Geraden ges 
legten projizierenden Ebenen der Gesichtslinien die Bilds 
fläche in Parallelen, die also notwendig ebenfalls horis
        

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