Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Gesellen- und Meisterprüfung
Person:
Baer, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-854676
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-857508
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jeder Regierungsbezirk eine Kreisgemeinde, und in jedem derselben be- 
steht als Vertreter dieser Korporation ein Landrat; er wird gebildet 
aus den Vertretern der Distriktsgemeinden des Regierungsbezirks, aus 
den Vertretern derjenigen Städte des Regierungsbezirks, welche der 
Kreisregierung unmittelbar untergeordnet sind, aus den Vertretern des 
Grundbesihes, aus Z Vertretern der wirklichen selbständigen Pfarrer, 
aus einem Vertreter der Universität, wenn sich im Kreise eine Universität 
befindet. Die Landräte werden auf die Dauer von 6 Jahren gewählt. 
Die Verhandlungen des Landrats sind öffentlich; er beschließt nach 
Stimmenmehrheit, wenn wenigstens Z,-s der Mitglieder anwesend sind. 
Der Landrat darf keine Jnstruktionen einholen oder annehmen, keine 
öffentlichen Bekanntmachungen erlassen oder Deputationen abordnen 
noch empfangen. Jedes Mitglied desselben ist verpflichtet, das Interesse 
der ganzen Kreisgemeinde und nicht bloß seines Wahldistriktes-zu 
vertreten. 
Alle zu dem Bezirke eines Bezirksamts gehörigen Gemeinden 
bilden die Distriktsgcmeinde, deren Volks-Vertretung der Verwaltungs- 
behörde gegenüber durch den Distriktsrat geschieht (Distriktsratsgesetz 
v. 28. Mai 1852). Der Distriktsrat besteht aus den Vertretern sämt- 
licher zu, dem Distrikte gehörigen Gemeinden, aus den Vertretern des 
größeren Grundbesit3es, aus den Höchstbesteuerten (Vs der Zahl der 
Gemeindevertreter), aus einem Vertreter des Staatsärars, wenn dieses 
steuerbare Besix-,ungen im Distrikte hat. 
Die Ortsgemeindeu sind entweder Stadt- oder Landgemeinden 
(mittelbare und unmittelbare Gemeinden). In den Ortsgemeinden mit 
städtischer Verfassung werden die Gemeindeangelegenheiten vertreten 
und besorgt durch die Gemeindebevollmächtigten (Stadtrat) und durch 
den Magistrat (das Bürgermeisteramt); in den ländlichen Gemeinden 
besteht ein Gemeindeausschuß (Gemeinderat), der aus dem Bürgermeister 
(mit seinen Adjunkten) und den Gemeinderäten (Beigeordneten) besteht. 
2. Die Bestimmungen der Verfassung auf alle einzelnen Fälle 
anzuwenden und den Staat aus Grund dieser Anwendungsbestimmungen 
einheitlich zu leiten, ist Aufgabe der Verwaltung, die sonach mit der 
Verfassung durchaus zusammenstimmen muß. Die Grundlage der Ver- 
waltung bilden die Gesetze, welche in Verfassungsstaaten durch das 
Staats-oberhaupt im Einvernehmen oder unter verfassungsgemäßer 
Mitwirkung der Volksvertretung erlassen werden und aus welchen 
wiederum die Verordnungen, Erlasse, Dekrete, Entschließungen, Ver- 
fügungen der Aussikhtsbehörden erfließen. 
Zu den Ausgaben der Verwaltung gehört, abgesehen von der 
Gesetzgebung, die Führung der auswärtigen Angelegenheiten, die Ver- 
waltung des Heerwesens, die Finanzwirtschaft, die JUskkzPflege- die 
Förderung des Kirchen- und Schulwesens und die Vertretung einer
        

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