Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Gesellen- und Meisterprüfung
Person:
Baer, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-854676
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-857193
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ricl)tern ernannt werden. Die Handelsrichter sind vor ihrem Amts- 
antritte auf die Erfüllung der Obliegenheiten des ihnen übertragenen 
Amts eidlich zu verpflichten und haben während der Dauer ihres Amts 
in Beziehung aus dasselbe alle Rechte und Pflichten richterlicher Be- 
amten. Ein Handelsrichter ist seines Amts zu entheben, wenn er eine 
der für die Ernennung erforderlichen Eigenschaften nachträglich verliert. 
Von besonderer Wichtigkeit für den Kaufmann sind die Be- 
stimmungen des Bürgerlichen Gesek,buches und der in dem laufenden 
Abschnitt angeführten Gesetze über Verjährung. Unter gewissen Voraus- 
setzungen hat nämlich der Zeitablauf die Wirkung, daß lediglich kraft 
des GeseZes, also unabhängig vom Willen des Beteiligten, eine Änderung 
der Rechtslage herbeigeführt wird (Verjährung). Es gibt eine er- 
werbende Verjährung, durch die ein tatsächlicher Zustand zum Rechte 
erhoben wird, und eine erlöschende Verjährung, wodurch ein unbenut-,t 
bleibendes Recht seine Wirksamkeit verliert. Diese le3tere Wirkung des 
Zeitablaufs heißt man jeht kurz Verjiihrnng, während man die erstere 
als Erfitjung bezeichnet. 
Die regelmiißige Verjiihrungssrist des Bürgerlichen Gesetzbuchs be- 
trägt 30 Jahre. Längere Verjährungsfristen gibt es nicht, wohl aber 
kennt das Bürgerliche Gesetzbuch die Einrichtung der sogenannten kurzen 
Verjährung von 2 und 4 Jahren, und außerdem treten in besonderen 
Bestimmungen Verjährungen in 5, 4, Z, 2 Jahren, in 1 Jahr, in 
S Monaten, in 6 Wochen ein. 
In 2 Jahren verjähren hiernach die Ansprüche der Kaufleute, 
Fabrikanten, Handwerker und derjenigen, welche ein Kunstgewcrbe betreiben, 
für Lieferung von Waren, Ausführung von Arbeiten und Besorgung 
fremder Geschäfte, mit Einschluß der Auslagen, es sei denn, daß die 
Leistung für den Gewerbebetrieb des Schuldners erfolgt, in welchem 
Falle sie in 4 Jahren verjährt; ferner der Eisenbahnunternehmungen, 
Fra(htsuhrleute, Schiffer, Lohnkutscher und Boten wegen des Fahrgeldes, 
der Frucht, des Fuhr- und Botenlohns, mit Einschluss der Auslagen; 
ferner der Gastwirtc und derjenigen, welche Speisen und Getränke ge- 
werbsmäßig verabreichen, für Gewährung von Wohnung und Beköstigung 
sowie für andere den Gästen zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse ge- 
währte Leistungen, mit Einschluß der Auslagen; ferner der gewerblichen 
Arbeiter  Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge, Fabrikarbeiter  sowie der 
Arbeitgeber wegen der auf den Lohn gewährten Vorschüsse; ferner der 
Lehrherrn nnd Lehrmeister wegen des Lehrgeldes und anderer im Lehr- 
vertrage vereinbarten Leistungen sowie wegen der für die Lehrlinge 
bestrittenen Auslagen. 
Jn 4 Jahren verjähren die Ansprüche auf Riickstiinde von Zinsen 
mit Einschluß der als Zuschlag zu den Zinsen zum Zwecke allmählicher 
Tilgung des Kapitals zu entricl)tenden Beträge (Annnitäten : behufs
        

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