Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Gesellen- und Meisterprüfung
Person:
Baer, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-854676
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-856502
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pflegung und ärztliche Behandlung kann durch Aufnahme des Ver- 
pflichteten in eine Krankenanftalt gewährt werden. Die Kosten können 
auf die für die Zeit der Erkrankung geschuldete Vergütung angerechnet 
werden. Wird das Dienstverhältnis wegen der Erkrankung von dem 
Dienstberechtigten gekündigt, so bleibt die dadurch herbeigeführte Be- 
endigung des Dienstverhältnisses außer Betracht. Die Verpflichtung 
des Dienstberechtigten tritt nicht ein, wenn für die Verpflegung und 
ärztliche Behandlung durch eine Versicherung oder durch eine Einrich- 
tung der öffentlichen Krankenpflege Vorsorge getroffen ist. 
Der Dienstberechtigte hat Räume, Vorrichtungen oder Gerätschaften, 
die er zur Verrichtung der Dienste zu beschaffen hat, so einzurichten 
und zu unterhalten und Dienstleistungen, die unter seiner Anordnung 
oder feiner Leitung vorzunehmen sind, so zu regeln, daß der Verpflichtete 
gegen Gefahr für Leben und Gesundheit soweit geschüht ist, als 
die Natur der Dienstleistung es gestattet. Jst der Verpflichtete in die 
häusliche Gemeinschaft aufgenommen, so hat der Dienstberechtigte in 
Ansehung des Wahn- und Schlafraumes, der Verpflegung sowie der 
Arbeits- und Erholungszeit diejenigen Einrichtungen und Anordnungen 
zu treffen, welche mit Rücksicht auf die Gesundheit, die Sittlichkeit und 
die Religion des Verpflichteten erforderlich sind. (Bei Nichterfüllung 
Schadensersat-, nach den Bestimmungen für unerlaubte Handlungen) Die 
dem Dienstberechtigten obliegenden Verpflichtungen können nicht im 
voraus durch Vertrag aufgehoben oder beschränkt werden. 
8. Die Aufsicht über die Bctriebsstiitten zu-r Durchführung derJ an- 
gegebenen Schutzbestimmungen ist in gewerblichen Anlagen ausschließlich 
oder neben den ordentlichen Polizeibehörden besonderen von den Landes- 
regierungen zu ernennenden Beamten, den Fabriken- oder Gewerbeinspek- 
toten (Gewerbcaufsichtsbcamten), übertragen, welchen das Recht zur jeder- 
zeitigen Revision der Anlagen zusteht und die Jahresberichte über ihre 
amtliche Tätigkeit zu erstatten haben. Die Arbeitgeber sind verpflichtet, 
den genannten Beamten oder den Polizeibehörden diejenigen statistischen 
Mitteilungen über die Verhältnisse ihrer Arbeiter zu machen, welche 
vom Bundesrat oder von der Landes-Zentralbehörde unter Festsetzung 
der dabei zu beobachtenden Fristen und Formen vorgeschrieben werden. 
Für das Handwerk besteht in dieser Beziehung das Institut der 
Beauftragten, welche nicht nur behufs Durchführung der erlassenen Vor- 
schriften während der Betriebszeit die Betriebsräume und die für die 
Unterkunft der Lehrlinge bestimmten Räumlichkeiten selbst in Augen- 
schein zu nehmen haben, sondern denen die Gewerbetreibenden auch alle 
zweekdienlichen Auskünfte zu geben verpflichtet sind. 
9. Die geistige Ausbildung der Arbeiter unter 18 Jahren. Die 
Gewerbeunternehmer sind verpflichtet, ihren Arbeitern unter 18 Jahren, 
welche eine von der Gemeindebehörde oder vom Staate als Fortbildungs-
        

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