Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Nationalökonomie
Person:
Damaschke, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-850022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-850867
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Bürgern zu dem Rechte, das man Weichbild nennt, so daß sie 
Cdie BaustellenJ von jedem Recht.  . und Gericht Cd. h. 
fremdem; befreit sind.E 
Für den überlassenen Boden mußte der Bürger an den 
Bodenherrn, der in vielen Orten wie in Braunschweig, 
Hildesheim, Lippstadt zugleich der Landesherr war, eine Ab: 
gabe, den Wortzins, entrichten. Dieser Wortzins aber wurde 
in der Regel nicht gesteigert. Ausdrücklich wurde vielfach bes 
stimmt, daß er auch dann nicht erhöht werden sollte, wenn 
auf dem Boden mehrere oder größere Häuser, als ursprüngs 
lich geplant, errichtet wurden. 
Waren die Neusiedler zu arm, sich selbst ein Haus zu 
bauen, so wurde ihnen von dem Bodenherrn LLandesherrn 
oder StadtgemeindeJ wohl das Geld zur Erbauung des Hauses 
geliehen oder dieser baute selbst das Haus und gab Boden 
und Haus an den Bürger 1md zwar in der Regel gegen einen 
Erbleihzins CBurgzinss. 
Der Leihherr Cc10minus c1irectusJ behielt eine besondere 
Stellung. Seine Ansprüche mußten zuerst befriedigt werden. 
Wollte der Beliehene Boden und Haus verkaufen, so hatte 
der Leihherr das Vorkaufsrecht. Ost war dem Leihherrn beim 
Verkauf und Erbgang der sogenannte EhrschaH, 1audimium 
Oft EIN Zwanzigstel des WertesJ, gesichert. Jedes andere 
Recht des Grundherrn aber war innerhalb der Stadtmauern 
aUZSEsTHk0ffCUs Er durfte keine Dienste in Anspruch nehmen, 
die die persönliche Freiheit in Arbeit, Bewegung und Erbrecht 
irgendwie beeugt hätten. ,,Stqdtcuft macht freies ,,Kein 
ZkUshuhn fliegt über die Stadtmauer.E 
Wortzins und Burgzins waren in der Regel sehr ges 
Ding, so daß nur in seltenen Ausnahmen Zahlungsunfähigkeit 
den Verlust der Heimstätte bewirkte. Dazu hatte sich vielfach
        

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