Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Nationalökonomie
Person:
Damaschke, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-850022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-850731
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Allmendeland besiHen, daß aus seinen Erträgen alle Gemeindei 
bedürfnisse befriedigt werden können, Gemeindesteuern also 
nicht erhoben zu werden brauchen. 
Unmöglich war auch bei diesem Bodenrecht eine hypo: 
thekarische Belastung, wie sie heute zu den schwersten Bei 
sorgnifsen Anlaß gibt. Verschuldet konnte allein das Haus 
und der geringe Hausrat werden. So bestimmt der ,,Sachsens 
spiegelt I. A. 6: ,,Wer das Erbe nimmt, soll des Verstorbenen 
Schulden bezahlen, soweit das Erbe an fahrender Habe 
zureicht.U 
Der Unterschied zwischen ,,fahrender Haben und dem 
,,ErbeU, d. h. dem Boden, wurde streng durchgeführt. Das 
moderne Recht, das zwischen beweglichem und unbeweglichem 
Gut unterscheidet, kann deshalb dem Boden in seiner Eigen: 
art nicht gerecht werden, weil diese Unterscheidung Produkte 
menschlicher Arbeit, nämlich die Baulichkeiten aller Art, dem 
Boden gleichseHt. 
Das alte deutsche Recht hat eine bessere Unterscheidung 
geschaffen, indem es als fahrende Habe alles betrachtete, 
,,was die Fackel brennt,H d. h. auch alle Häuser. Wie lange 
sich diese Auffassung gehalten hat, zeigt z. B. eine Entscheidung 
der Sihösfen vom Breidenbacher Grunde, eines Nebentales 
der Lahn, vom 21. Februar 1632: 
,,Auf empfangenen Befehl von Hoch Fürstl. Reg. 
weilen darinnen begehret worden vom Schöpfen stahl, ob 
die heußer vor Fahrnis gerechnet und gehalten wurden, 
berichten die Schöpfen, daß im gericht Breidenbach alle 
Baue, was; die fackel oder brand hinwegnehme, 
vor fahrnis gehalten und erkannt würden, maßen 
solches alt herkommens.U 
des 
Noch am 23. Juli 1759 haben sämtliche Gerichtsschöffen 
Breidenbacher Grundes entschieden, ,,daß nach hiesigem
        

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