Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Nationalökonomie
Person:
Damaschke, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-850022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-850603
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nach strenger Prüfung viele Nichtberechtigte ausgeschieden. 
Immerhin blieben noch über 200 000 EU1pfUUgsbekekhtigte 
dauernd zu versorgen. 
Trotz dieser Erleichterung verfiel das Eheleben so, daß 
schon Kaiser Augustus in besonderen Gesehen den Familienss 
vätern große Vorteile versprechen und den Ehelosen schwere 
Nachteile androhen mußte. 
Einen besonders interessanten staatssozialistischen Versuch 
stellt die von Nerva und Trajan C98ss117 n. Chr.J begründete 
Kinderalimentation dar. Die beiden Kaiser ließen durch besondere 
Vertrauensleute in einzelnen italienischen Gemeinden aus dem 
kaiserlichen Fiskus Geldsummen auf Grundstücke, meist zu 50J0, 
ausleihen. Die Zinsen für diese Summen wurden den eins 
zelnen Gemeinden zu dem Zweck überwiesen, daraus dauernd 
einer bestimmten Anzahl von Knaben und Mädchen bis zum 18. 
bezw. 14. Jahre monatlich eine bestimmte Getreidemenge zu 
verabreichen. Nach einer Tafel der italienischen Stadt Veleja 
betragen zwei derartige Gaben für diese Gemeinde etwa 
280000 Mark. Aus den 5prozentigen Zinsen sollten 245 
eheliche Knaben monatlich für je 3,52 Mark, 34 eheliche 
Mädchen monatlich für je 2,64 Mark, ein unehelicher Knabe 
für 2,64 Mark, ein uneheliches Mädchen für 2,20 Mark Ges 
treide erhalten. 
Derartige Stiftungen kann man bis zum Ende des 
3. Jahrhunderts verfolgen. Aber eine durchgreifende Wirkung 
konnte auch diese Staatsalimentation nicht ausüben. 
Wie weit der staatssozialistische Gedanke ging, beweist das 
berühmte Edikt Diocletians vom Jahre 301 n. Chr., das 
in mehr als tausend Einzelangaben die Preise für die not: 
wendigsten Lebensbedürfnisse ein für allemal festseHen wollte. 
Zunächst dachte der Kaiser wohl dabei an das Wohlergehen
        

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