Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Nationalökonomie
Person:
Damaschke, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-850022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-850461
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grundbesiHer zurückzudrängen. Als diese zu den Waffen 
griffen und mit Hilfe vornehmer Geschlechter voll EUböa die 
Herrschaft an sich reißen wollten, wurden sie besiegt, und nun 
wurde die reiche Ebene von Euböa in 4000 Heimstätten auf: 
geteilt. Man gab den Ansiedlern Staatshilfe zur Einrichtung 
der Bauernwirtschast, und es wurde ihnen ausdrücklich ihr 
Bürgerrecht gewahrt, troHdem sie ja nun außerhalb des eigents 
lichen Attika saßen. 
Da Athen niemals mehr als 20000 freie Familien zählte, 
so war die Begabung von 4000 armen Familien mit Lands 
besiH eine volkswirtschaftliche Maßregel von außerordentlicher 
Tragweite. 
Welche Bedeutung diese Sozialreform für die politische 
Machtstellung der helIlenischen Staaten in sich schloß, das zeigte 
sich bald. Dasselbe Attika, das bei seinen ungesunden sozialen 
Zuständen den Feinden ein Spott war, konnte jetzt aus seinen 
freien Bauern und Bürgern ein Hoplitenheer stellen, an dem 
bei Marathon Persiens Übermacht brach, und eine Flotte, 
die bei Salamis Europas Freiheit rettete. 
Was auf dem Gebiet der Philosophie und Kunst die: 
selbe Stadt Athen allen Gefchlechtern zu geben vermochte, das 
faßt das Wort ,,PeriklEisches Zeitalterss zusammen. 
Aber die wirtschaftliche Reform in Attika war unvolls 
ständig geblieben. Keine Bodenrechtsreform schätzte die 
Äcker davor, daß die durch Solon umgestiirzten Pfandsteine 
wieder aufgerichtet würdenl 
Die Sklavenwirtschaft der Großbetriebe konkurrierte den 
kleinen Landmann nieder. Die Bauernlose gingen verloren. 
Ihre ehemaligen BesiHer füllten die Straßen der Hauptstadt, 
wo sie von den Machthabern Unterhalt und Unterhaltung 
begehrten.
        

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