Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Nationalökonomie
Person:
Damaschke, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-850022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-852045
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Aber die Freunde des Volkes erfüllte der Sturz Turgots 
mit tiefstem Schmerze. ,,Jch bin ganz vernichtetU,. schrieb 
Voltaire,s ,,vernichtet in Kopf und Herz; denn wehe unsI Ein 
goldenes Zeitalter sahen wir kommen, und nun müssen wir 
es wieder versinken schenkt 
Turgot widmete sich nach seiner Entlassung literarischen 
Arbeiten, so überseHte er u. a. Klopstocks ,,MessiasU. Sein 
Leben, das nach einem Worte Laharpes nur zwei Leidenschaften 
gekannt hatte: ,,Die Wissenschaften und das Glück des VolkesU, 
endete am 18. März 1781. 
Dis V Dis 
Ludwig XV1. aber hob die Reformen Turgots wieder 
auf und blieb bei seiner Anschauung, daß die Erhaltung der 
Geburtsprivilegien der beste Schutz, seines Königtums sei. 
Hatte er dem gebildeten Bürgertum durch die Entlassung Turss 
gots die Hoffnung auf eine organische Reform genommen, so 
mußte sein Edikt vom 22. Mai 1781 erneut zeigen, daß das 
Volk von diesem Könige nichts zu hoffen habe. Durch dieses 
Edikt wurde eine strenge Ahnenprobe eingeführt, die alle bürgers 
lichen Offiziere aus der Jnfanterie und Kavallerie endgültig 
ausschließen sollte; nur bei der Artillerie und bei den Pioniers 
waffen sollten sie geduldet werden. Auch die Unteroffiziere 
sahen sich mehr als bisher die Möglichkeit versperrt, jemals 
durch besondere Auszeichnung in die Reihe der Offiziere auf: 
zufteigen; sie gingen in der Revolution deshalb in den meisten 
Fällen zum Volke über. 
Ludwig XV1. aber sollte an die fchicksalsschweren Stunden 
des Ministeriums Turgot noch einmal erinnert werden. 17 
Jahre später saß der König gefangen im Temple in Paris, 
des Hochverrates angeklagt, und alle die vornehmen Damen 
und Herren des Hofes, die einst über Turgot und Males:
        

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