Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Nationalökonomie
Person:
Damaschke, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-850022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-852031
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Als Turgot einen Ersa1zmann vorschlug, kam es zum 
offenen Bruch. Der König hörte ihn ungeduldig an und fragte 
nach dem Vortrag, ob das alles wäre, was er ihm zu sagen 
hätte. Als Turgot bejahte, drehte der König ihm brüsk den 
Rücken: ,,Desto bessern. Turgot nahm seine Entlassung. 
Aus seinen legten Briefen an den König seien nur zwei 
Stellen wiedergegeben: 
 Majeftät haben mir gesagt, Sie bedürften noäJ 
der Überlegung und ermangelten der Erfahrung. Es fehlt 
Ihnen an Erfahrung, Sire. Ich weiß, mit 22 Jahren 
und in Jhrer Stellung hat man nicht, was die Gewohns 
heit, mit seinesgleichen zu leben, den Privaten an Menscheng 
kenntuis gibt. Aber werden Sie mehr Erfahrungen haben 
in acht Tagen, in einem MonatP   Persönliche Eis 
fahrungen haben Sie nicht; aber haben Sie nicht die noch 
so frische Erfahrung Jhres Großvaters, um die vors 
handenen Gefahren Ihrer Stellung zu fühlenP   
Für Ihre Regierung gibt es nichts Nötigeres als Charakters 
stärke. Vergessen Sie nicht, Sire, daß die Schwäche es. 
war, die Karls 1. Haupt aufs Schaffot gebracht hat.U 
   ,,Es ist mein ehrlicher Wunsch, daß Eure 
Majeftät immer sollten glauben können, daß ich falsch ges 
sehen und Jhnen nur chimärifche Gefahren geschildert habe. 
Möge die Zeit meine Auffassung nicht rechtfertigenlI 
Die Entlassung Turgots wurde am Hofe mit großer 
Befriedigung begrüßt. Der alte, glatte Höfling Maurepas 
beschwichtigte die Zweifel des Königs mit dem Worte: ,,Sire, 
Turgot war ein Narr, umgeben von NarrenH. Maria Aus 
toinette aber schrieb an ihre Mutter Maria Theresia nach 
Wien, wohl in dem Gefühl, etwas getan zu haben, was 
sie nicht verantworten konnte, das unaufrichtige Wort: ,,Jch 
bekenne, daß ich nicht traurig über die Entlassung Turgots 
bin; aber hineingewischt habe ich mich nichtt.
        

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