Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Nationalökonomie
Person:
Damaschke, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-850022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-851679
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und hatte nur den vierten Teil unentgeltlich an den Staat 
abzuliefern. In den ,,freienU Provinzen CBretagne, Artois, 
FlandernJ wurde der Zentner Salz für 2ss9 Livres aus den 
Staatsmagazinen abgegeben; in anderen Provinzen wie Limoufin, 
Perigord, Poitou mußte man für den Zentner Salz 6 bis 
12 Livres geben. Jn Elfaß:Lothringen und der Franche 
Comt6 stand der Preis zur selben Zeit auf 21IX,, in Süds 
frankreich auf 33V,, im größten Teil von Nordfrankreich auf 
62 Livres. 
Diese ungeheuere Preisverfchiedenheit führte gleichsam 
mit Naturnotwendigkeit zu einem ausgedehnten Schmuggel 
zwischen den einzelnen Provinzen. Dieser forderte wiederum 
ein ganzes Heer von Zollwächtern und Beamten, so daß 20 
bis 25 v. H. der Einnahmen allein durch die Kosten für 
Erhebungss und SchuHbeamte aufgebraucht wurden. 
 Der Finanzminister Necker klagte 1785, daß alle Jahre 
ungefähr 3700 Verurteilungen wegen Salzfchmuggels und 
Unterfchlagung erfolgen mußten. 300g500 unter diesen 
Salzverbrechern wurden jährlich auf die Galeeren geschickt, 
und zwar auf neun bis zwölf Jahre. 
Man kann sich denken, welch eine Fülle von Unzus 
friedenheit das ,,Jndien des KönigsE im Volke wecken mußte. 
Ebenso wie das Salz, waren auch Fleisch, Tabak, Wein, Bier 
mit indirekten Steuern belegt. 
Die Härten dieser Steuern wurden verdoppelt durch die 
Art ihrer Erhebung. Die indirekten Steuern wurden näms 
lich an große Kapitalisten verpachtet, wie es einst im alten 
Rom geschah, und so verhaßt wie die ,,Zöllner und Sünders 
des Neuen Testaments waren auch die modernen ZölIner 
Frankreichs, deren Gesamtzahl man bis auf 100000 schägt. 
Geradezu ungeheuerlich war es, daß man den Steuers
        

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