Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe an die Kommission für die Verwaltung der Kunsthalle
Person:
Lichtwark, Alfred Pauli, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-844728
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-849601
der Kunsihalle ein Gebot auf seine ganze Sammlung verlangte, 
nicht, um sie ihr zu verkaufen, sondern um mit Hülfe dieses 
Gebote! Bedingungen durchz1-drücken, die cr der Stadt Bergen 
ges7ellt hat bei der Aufmachung seiner Stiftung. Nur wenn 
Bergen ablehnt, soll auf Grund unseres Gebotes in Verhand- 
lungen eingetreten werden. 
Jetzt spricht er nicht mehr davon und bietet uns die Bildnisse 
von Wasmann an, die er nicht in seiner Sammlung haben will. 
Wir sollen ihm dafür ein Gebot machen. Ich hatte ihm schon 
im Sommer gesagt, daß ich nicht glaubte, wir würden es thun. 
Ich werde es bei der nächsten Sitzung ansprechen. 
Paris, den 7.December 1912. 
Als ich heute früh um neun die Aussiellung der Gallerie 
Rouart betrat, fand ich die Säle noch ganz leer. Fast zwei Stun- 
den konnte ich sie siudiren, ehe ich durch die Besucher abgelenkt 
wurde. Dann war freilich nur noch ein Größen und Plaudern 
möglich. Ganz Paris war da und halb Deutschland; Schließlich 
hörte man nur noch Deutsch  St-hweizerisch und Osierreichisch 
eingeschlossen. Englisch ist mir nicht in der Erinnerung. Deutsche 
Directoren und .Händler, deutsche Liebhaber überall vor den Bil- 
dern oder im Rücken. 
Das bezeichnet die Lage. Die Preise der französischen Bilder 
werden heute wesentlich von den deutschen Directoren und Hand- 
lern in die Höhe getrieben. Eassirer rechnet es sich laut zum 
Ruhm, daß er die französischen Bilder so theuer gemacht wie die 
deutschen. Bode hat Tschudi von der ersten Stunde an vor- 
geworfen, daß er die Franzosen überzahlt hätte nach den da- 
maligen Marktpreisen. 
Die .Händler erwarten (und betreiben) eine ungeheure Hausse. 
Was sie (die Deutschen) besitzen, geben sie nur bis Dienstag zu 
den bisher genannten Preisen. 
Es kann deshalb niemand heute nur annähernd sagen, was 
die guten Bilder bringen werden. Ich habe mich durch einen 
deutschen Liebhaber unter der Hand erkundigen lassen: für den
        

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