Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe an die Kommission für die Verwaltung der Kunsthalle
Person:
Lichtwark, Alfred Pauli, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-844728
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-849313
Mittheilung zu machen. Ich schrieb ihm, daß ich zur Verfügung 
stände und richtete die Leipziger und Zürichcr Reise danach ein. 
Unterwegs erhielt ich ein Telegramm, er käme schon am 20. oder 
21. August. Ich telegraphirte zurück, ich würde versuchen, am 
22. in Hamburg zu sein, wäre aber nicht sicher, er möchte 
mir telegraphiren, wo ich ihn auf der Rückreise sonst treffen 
könnte. 
Darauf erhielt ich keine Nachricht. Als ich heute in die Kunst- 
l)alle kam, wurde mir gesagt, Herr Grönvold wohnte im Atlantic. 
Er wäre erkrankt und deshalb hiergeblieben. Wenn ich käme, 
möchte er Bescheid haben. Er kam dann sofort. Es handelte sich 
nicht um Knaus, was auch möglich gewesen wäre, sondern um 
seine Sammlungen. 
Ich will versuchen, zu referiren. Verhandlungen mit Herrn 
Grönoold sind ungemein schwierig, weil er unendlich subtil und 
ebenso unschlüssig ist. Er will den Gegenspieler an Händen und 
Füßen binden und selber völlig frei bleiben. 
Zunächst begann er mit den zehn oder zwölf Bildern von 
Wasmann, die er nicht ausgestellt hatte in der Nationalgallerie. 
Ich hielt die Angelegenheit für erledigt. Er hatte sie mir schon 
einmal angeboten, ich sollte ihm ein Gebot machen. Ich hatte 
ihm mündlich und schriftlich gesagt, das könnte ich nicht. Er 
möchte fordern. Das wollte er nicht. 
Schon damals hatte ich ihm gesagt, daß in) bereit wäre, für 
die Erwerbung der ganzen Sammlung einzutreten. Selbst wenn 
das nicht ansgestellte so gut wäre wie die Auswahl in der Na- 
tionalgallerie, würde es schwer sein, die Mittel dafür auszutreiben. 
Man würde mir immer entgegenhalten, warum nicht die andern. 
Und selbst wenn ich die Mittel auftriebe, nachdem wir uns ge- 
einigt hätten, würde es immer heißen, die Kunsthalle hätte sich 
mit einem Nest begnügt. 
Das habe ich ihm heute ausdrücklich wiederholt und habe ihm 
auch noch einmal gesagt, daß ich mich für das Ganzejeden Augen- 
blick einsetzen würde. 
Er wäre auch darauf noch gekommen, sagte er. Es wäre seine 
Absicht, in der nächsten Zeit sein Testament zu machen. Er wolle 
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