Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe an die Kommission für die Verwaltung der Kunsthalle
Person:
Lichtwark, Alfred Pauli, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-839791
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-840544
wie die hamburgische.  Im Zusammenhang mit dieser Ent- 
deckerlus7 Lirhtwarks sieht die Berliner Jahrhundertaussiellung 
Von 1906. Sie ist recht eigentlich sein Verdienst, da er sie seit 
Jahren als die große Demonstration deutscher Kunst geplant und 
gefordert hatte. Er erwartete von ihr neue Entdeckungen und sah 
sieh darin nicht betrogen. Auch eine gewisse Einheitlichkeit des Pro- 
gramms der Ausstellung, die eine Entwicklung des Jmpressionis- 
ums darstellte, war lichtwarkisch. Tschudi, der bei seinen hohen 
Verdiensten der pädagogischen Begabung und des drängenden 
Wirknngswillens Lichtwarks gänzlich ermangelte, wurde erst all- 
incihlieh für den Plan gewonnen. 
Es lag in Lithtwarks Art begründet, daß er nicht alle Abtei- 
lungen seines Museums gleichmäßig bedachte. Vielmehr wechselte 
in einigen Dingen seine Fürsorge im Zusammenhang mit seinen 
knnstpädagogischen Plänen. Die Sammlung der Abgüsse, anfäng- 
lich um Stücke inittelalterlichcr und neuerer Plastik vermehrt, 
wurde schon aus Nanmmangclbald beiseitegeschoben. Das Münz- 
kabinett trat zurück, während eine Zeitlang mit großem Eifer die 
zeitgenbssische franzdsisehe Medaille gesammelt wurde. Das Kupfer- 
siirhkabinett wurde namentlich um neuere G:-aphik der Engländer 
und Franzosen erweitert, die Werke Dürers und Rembrandts 
fanden Abrundung, dagegen stand die Vortreffliche Zeiehnungen- 
fammlung zurück, die nur einmal eine allerdings beträchtliche Ver- 
mehrung durch den Ankauf einer Sammlung spaniseher Meister 
erfuhr. Wenn somit gewisse Abteilungen zeitweise ausgeschaltet 
wurden, so konnte gerade in ihnen, wie sich gezeigt hat, später 
die unter!-rochene Arbeit nachgeholt werden, während anderer- 
seits die von Lichtwark gegebenen Impulse freilich nur zu ihrer 
Stunde Erfolg haben konnten. 
Als ein Kind seiner Zeit erwies sieh Lichtwark insonderheit auch 
in seinem persönlich innerlichen Verhältnis zu der Kunst, die er 
werden und sich wandeln sah. Es genügt zu sagen, daß er ein 
Zeitgeuofse und Freund Liebermauns war, des zentralen Meisters 
unseres deutschen Jmpressionismus; mit ihm dachte und fühlte 
er und von hier aus bewertete er bewußt oder unbewußt das 
Vlkkgki"MkIig bunte Bild Ists Gegenw(irtigen und Vergangenen,
        

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