Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe an die Kommission für die Verwaltung der Kunsthalle
Person:
Lichtwark, Alfred Pauli, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-839791
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-843675
Auge. Er zieht noch nicht die Consequenz des Dienens. Sein 
Schrank ist gut, so lange er nicht auf feine Geeignetheit für den 
Gebrauch und die Willfährigkeit, sich reiumachen zu lassen ge- 
prüft wird. Aber das wird Alles kommen, sobald das Publikum 
anfängt, Theilnahme zu fühlen, was es auf den Ansstellungen 
lernen wird. Dafür sind sie gut. 
Seidliiz hatte den Wunsch geäußert, den .Hamburgern einen 
Raum und Mittel für die Auss"tattung zu gewähren. Das ist ja 
leider zu früh. Bei der Abtheilung der Scherrebeck'schen Webe- 
reien citirt der Katalog einen Passus aus Brinckmanns Jahres- 
bericht, aus dem sich ergiebt, in welcher Form sich das Unter- 
nehmen von Pastor Jacobsen nnd Dir. Deneken an die Thätigkeit 
des .Hamburgischen Museums für Kunst und Gewerbe knüpft. 
Deneken hatte ursprünglich die Spiizentechnik wieder beleben 
wollen, Brinckmann wies auf die Knüpftechnik und Webetechnik 
hin. Der Passus ist sehr lehr-reich. 
Wann sich wohl bei uns die Männer finden, die für die 
.Hamburgische Production eintreten. Wo es sich um praktische Ge- 
danken und ihre Durchführung handelt, giebt es  nachweis- 
bar!  in Deutschland keinen besseren Boden als Hamburg. 
Wir könnten ganz Deutschland oben in den Kauf mit Säm- 
lingen versorgen, wenn wir wollten. Zehn bis fünfzehn prak- 
tische Männer, die jährlich jeder tausend Mark geben, könnten 
bei uns Alles machen. 
Die Kunstauss?ellung in Dresden bietet wenig Überraschungen. 
Man sieht natürlich zuerst nach den Dresdenern. Der Umfang 
der Production ist groß, die Originalität schwach. Die neue 
Kraft, Richard Müller, die sich eben mit Gewalt aus den Schlin- 
gen eines Berliner .Kunstjobbers befreit hat, stellt vorläufig noch 
ein Gemisch von Bbcklin, Klinger, Leibl, Staufser und Geyger 
dar. Doch will das noch nichts sagen, es ist ein Jüngling von 
vierundzwanzig Jahren. Sein Alter-sgenosTe Unger ist in ähn- 
licher Lage. Auch bei ihm vollzieht sich eine Combination von 
Klinger und Bbcklin mit einem Zusatz Botticelli und Besnard. 
Als Ganzes noch ziemlich unreif, aber doch schon durch einen 
eigenen Saal geehrt.  
7-II
        

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