Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe an die Kommission für die Verwaltung der Kunsthalle
Person:
Lichtwark, Alfred Pauli, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-839791
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-843585
Zur Zeit dieser coloristischen Bewegung  um die Tendenzen 
des pleinair und was damit zusammengehdrt kurz zu bezeichnen 
 konnten Begabungen von der Art dieser drei eigentlich gar- 
nicht Maler werden. Natürlich waren ihrer immer noch neue da, 
und sie wurden dann Karikaturenzeichner. Wir können ohne Mühe 
ein halbes Dutzend solcher Begabungen der jüngeren Generation 
nennen, die, wenn sie um 1850 zur Entwicklung gekommen wären, 
Gen:-ebilder nach der Art von Knaus und Vautier gemalt hatten. 
In Frankreich steht es ebenso, mutatis mut-mais. 
Wenn man dem ursprünglichen Talent der drei gerecht werden 
will, muß man sich an die ersten Arbeiten halten, denen jetzt nach 
vierzig bis fünfzig Jahren schon die ftin1mende Macht des Alters 
zu Gute kommt. 
Vautier ist der zarteste weiblirhste der drei. Alles Derbe, Hef- 
tige,Forsche liegt ihm nicht. Seine Kranken werden wieder besser, 
seine Unglücklichen haben gute Freunde, die sie nicht verderben 
lassen. Wo er einmal versucht, den Bann seines liebenswürdigen 
Naturells zu durchbrechen, giebt es einen Mißklang. 
Ich will noch einmal wieder hin. Nachher war ich noch in der 
Micchetti-Ausstellung und habe mir, solange es Tag war, die 
neuen Bauten angesehen, namentlich den Dom, der immer kleiner 
wird, je höher er seine Massen erhebt. Als die Gerüste allein auf- 
ragten, hatte ich die Furcht, das alte Museum würde wie ein 
Pavillon daneben versinken, jetzt, wo die Gerüste gefallen sind, 
ist das Museum mit seiner großartigen Colonnade das Monu- 
ment und der Dom der Pavillon. 
Berlin, den 28. Januar 1899. 
Diesmal habe ich sehr viel nachzuholen in Berlin, und ich weiß 
noch nicht, ob ich alles bewciltigen kann. 
Bei unserm Landsmann, dem Bildhauer Vogel sprach ich vor, 
um zu sehen, ob er neue Medaillen gemacht habe. Die für Ruder- 
und Segelsport, die der Kaiser verleiht, ist fertig. Er will uns 
zwei Exemplare der Gußmedaille Kisten. Auch den Abguß einer 
Plakette, die als Schmuck für ein Prunkmbbel besiimmt ist. Zum 
Frühjahr möchte ich eine Ausstellung der seit der Begründung 
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