Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst der vor- und außerchristlichen Völker
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834561
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3821700
Chincsische Malerei und Porzellanerzeugung in der Sang-Dt)nastie. 
529 
erhoben, wenn wir Hoei-tsong, den Maler wilder Gänse, Man-y (um 1170), den Maler 
zahmer Enten und Tauben, und Muh-ki, den vielseitigen Tiermaler  die beigehestete Tafel, 
Fig. d), nennen, so haben wir nur einige Künstlernamen mehr von den achthundert hervor- 
gehoben, die die künstlerischen Jahrbücher der Sung-Dynastie verzeichnen. Erhalten hat sich von 
alledem, wie auch Fr. Hirth uns schreibt, außerordentlich wenig. Einig aber sind alle Kenner 
sich darin, daß die Ehinesen während der Zeit dieser Di)nastie wenigstens in der Malerei allen 
Völkern Europas überlegen gewesen sind. 
Der Sang-Dynastie gehören, worin Hippisley nnd Hirth mit Grandidier und.Bushell, den 
besten neueren Kennern und Schriftstellern auf dem Gebiete der chinesischen Porzellankunde, 
übereinstimmen, auch die ältesten erhaltenen Porzellanarbeiten Chinas an. Von früheren 
porzellanartigen Arbeiten erzählen die  
chinesischen Schriftsteller freilich Wun-  -IF   
derdinge; aber wie weit es sich hier     
um wirklichcs POrzella1I als harte-  
    
handelte, laßt sich nicht mehr genau   
       
Dynastie waren so gut wie ausschlies;-   ;3:FisfjE1tiiisiiisIt 
    H  D    L J H. il       
         
gen Farben geslammt. Ihre manch-      
mal einfach gerieften, manch1nal auch  -   "  
aus Vlattmotiven oder tierischen Sinn- N ? s(        
bildern bestehenden Zieraten pflegen se  .JzY        pj-H 
unter der Glasur in leicht erhabener      7 Hi    
Plastik modelliert oder mit der Scha-            S   
blone eingedrückt zu sein. Ihre Haupt-      .  
formen sind der älteren Bronzegefc"is3-  
bildnerei entlehnt; doch dienen manch-  V 7"77"   
mal auch bereits Naturprodukte, ein Das  Nach  
Tier, eine Pflanze, eine Frucht, eine  " M  
alte Menschenschiidelschale, als formengebendes Vorbild. Unsere Abbildung S. 528 stellt ein der 
Sang- oder wahrscheinlicher) der Y1"ian-Dynastie angehörendes Porzellanges("iß dieser Art aus 
der Sammlung L. Fould in Paris dar. Schon jetzt spielte aber auch das haarsprüngige (gekrackte, 
krackelierte) Porzellan eine Rolle. Die durch zufällige;-; Reißet! der Glasur entstandenen unregel- 
mäßigen Netzmuster ahmte man bald, ans der Not eine Tugend machend, als künstlerisches 
Motiv nach, indem man die Haarrisse absichtlich entstehen ließ. Berühmt war das Ting-Yao, 
das in der Regel weiß, manchmal auch purpurrot oder schwarz war. Erhalten aber hat sich vor 
allem das grau-, blau- oder olivengrüne derbe Porzellan (Yao) von Lungch"üan, das als ,,Sela: 
don" bekannt ist. Seinen Formen nnd seiner Farbe nach trägt es die Nachahmung des allmäch- 
tigen Nephrits zur Schau, das es ersetzen will, zeigt also in lehrt-eicher Weise, wie künstlerische 
Besonderheiten sich durch 1"lbertragung entwickeln können. Gerade wegen seiner Derbl)eit aber 
hat es sich in China wie in Japan, im Ostindischen Archipel wie am Roten Meer und am Golf 
von Persien erhalten, und seine Fundstätten bezeichnen, wie Friedr. Hirth und A. B. Meyer 
nachgewiesen haben, zugleich die Wege des chinesischen Welthandels jener Tage. 
Knnstgeschichte. I.  34
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.