Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst der vor- und außerchristlichen Völker
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834561
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3819373
33(3 Drittes Buch. Die griechische Kunst. 
sorgfältig beobachtet und vor allen Dingen darauf gehalten, daß seine Gestalten plastisch aus der 
Tafel hervorgetreten seien. Er malte große Bilder in Tempera-, kleinere Bilder in eingebrannten 
Wachsfarben, pflegte aber, wohl mit einem Seitenblick auf Pausias, gegen die Darstellung kleiner 
Gegenstände, wie Blumen, Stillleben u. s. w., die damals aufkamen, zu eifern und nur große 
Vorwürfe für würdig der Kunst zu erklären. 
 Sein Gemälde der Ja, die, von Argos be- 
    jss  wacht, vonlHermes befreit wurde, meint man 
 sss,,s J L isssss-V. L wohl mit Recht, wenn auch natürlich nur an- 
,  W ""i  nähernd, in einigen auf italischem Boden er- 
  ! haltenen Wandgemälden wiederzuerkennen, 
    deren bedeutendstes sich auf dem Palatin 
-1  " ON zu Rom befindet (s. die beigeheftete .Tafel 
X  .  , O XX-("s  Argus nnd Hermes"). Wichtig ist, 
XX T daß Plinius unter seinen Werken auch eine 
  Darstellung Alexander;-; des Großen nennt. 
  Alexander begegnet uns hier zum ersten Male 
  in der Kuiisigsschichte- Nicht sowohl als- Es- 
oberer denn als Einiger der Griechen und 
als ihr Führer zu neuen Siegen erschien er den begabtesten Männern Griechenlands; die 
Künstler jauchzten ihm zu und stellten sich ihm zur Verfügung. 
Aber auch unter den Werken eines zweiten Malers der thebanisch-attischen Schule wird ein 
Alexanderbild hervorgehoben. Dieser Meister hieß Philoxenos und war ein Schüler jenes 
Nikomachos, den wir an die Spitze der Schule gestellt haben. Als sein Werk bezeichnet Plinius 
die keinen anderen Werken nachstehende, zur Zeit des Königs Kassanderd(gegen 300 v. Chr.) 
gemalte Darstellung es Kampfes zwischen 
. Alexander und Dareios, also doch wohl 
   der Schlacht bei Jssos. Dieses Werk ist 
D uns wichtig, weil wir in ihm mit Michaelis 
  H  weit eher als in der ,,Schlacht bei Jssos" 
    XX       
 einer zweifelhaften spateren agypt1schen 
 Z;xXX"s Malerin Helena das Vorbild des erhalte- 
 s  M-  nen großen Mosa1kbilde-s erkennen, das 
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   H- .   aus der ,,Casa (1e1Fauno in Pompe11 
     Wiss    .     
M    ins Museum zu Neapel gekommen ist (s. die 
  - "  "  Tafel ,,Schlacht zwischen Alexander dem 
 W- Großen und Dareios"bei S. 338). Dieses 
 s - O  -J   Mosaik nimmt unter den erhaltenen alten 
  Ists Nach D""W Kunstwerken gerade als Schlachtenbild mit 
lebensgroßen Gestalten eine hervorragende 
Stellung ein. Festgehalten ist der geschichtlich überlieferte Augenblick, in dem Dareios den Ma- 
kedoniern, an deren Spitze Alexander heransprengte, in die Hände gefallen wäre, wenn er sich 
nicht auf dem Pferde, das ein Getreuer ihm dargeboten, hätte retten können. Gerade vorn in 
der Mitte, in kühner Verkürzung von hinten gesehen, wird das Pferd von dem Perser bereit ge- 
halten. Der König steht noch auf seinem Streitwagen und wendet sich, weniger an feine eigene
        

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