Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst der vor- und außerchristlichen Völker
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834561
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3818901
Die attisck)cn Vafenmale1.- des Z. Jahrhunderts v. Chr. 
299 
Jnnenrund, das eine stehende Frau vor einem sitzenden Jüngling zeigt, als das älteste erhal- 
tene Beispiel farbiger Malerei auf weißem Grunde gilt (s. die obere Abbildung, S. 297). 
Bei Euphronios" Mit- und Nachstrebern werden mythische Erzählungen allmählich seltener, 
treten die Leibesübungen und Liebeshändel der Palästra, das ausgelassene Treiben der Bakchos- 
und Komoszüge, selbst unz1"ichtige Vorgänge immer mehr hervor. 
Als ein bedeutendes Talent in noch strenger Richtung erscheint Peithinos, dem Furt- 
wängler und Hartwig auch die Berliner Schale mit der Kiinstlerbezeichnung Sosias (s. die untere 
Abbildung, S. 297) zuschreiben. Von außen ist eine Götterversammlung dargestellt, von innen 
AGilleus, wie er seinen verwnndeteu Freund Patroklos verbindet. Bei aller kraftvollen 
Strenge der Zeichnung erscheinen hier die Augen den Profilköpsen schon richtig eingeordnet. 
Zu den meistgenannten 
Meistern dieser Reihe gehört so- F.   
dann Hier o n, von dem Hart1vig   H  
bereits achtundzwanzig bezeich- l. ff- -V H 
neteGefäße,hauptsächlichTrink-  W - 
schalen, kannte. Wein, Weib, Ä - , - ji J N 
Gesang spielen in seinenDarstel- XI I, X-  V 
lungendieHauptrolle.Palästra-  ,  H J  W  
szenen fehlen. Die Aussenseite V s I  
seiner Berliner Schale zeigt das - O ( M J 
Treiben von Bacchantinneu .  Hsj)X I- J 
vor einer Dionysosherme. Das  H  ? 
Nackte stellt er sche1natischer und    J  X 
leerer dar als Euphronios; da- t-s- J  X 
für schweigt er in der stofflichen  I-  - s up. 
Behandlung der Gewänder. In- -T D O 
         
ist Brygos, der ihm in man- " 
then Beziehungen verwandt ist. Für das älteste seiner erhaltenen Werke hält Klein wohl mit 
Recht die Schale der Wiirzburger Sammlung, deren Jnuengrund eine Szene ,,bei der Hetäre", 
deren Aussenseite Leier- und Flötenspiel, Tanz und Scherz veranschaulicht. Als das jüngste be- 
zeichnet er die Schale des British Museum, die von außen ein Satyrspiel, von innen eine Trink- 
szene schildert. Diese Schale prangt in reichem Goldsch1nuck und ist freier und reifer in der 
For1nensprache als die übrigen. ,,Brygosi Technik-", sagt Klein, ,,ist in seinen letzten Werken 
von staunenswerter Vollendung. Eine 1nalerische Tendenz zeigt sich in der Vorliebe für rote 
Haare, in den durch Rot angedeuteten Lichtern dunklerer Haare, in der Anwendung von 
Gold. Die Jnnenzeichnung der nackten Figuren ist klar und reich. Braune Linien und zarte 
Lichtstriche wirken zusammen." 
Endlich ist Duris hervorzuheben, den wir ebenfalls in seiner Entwickelung bis über die 
Mitte des 5. Jahrhunderts hinab verfolgen können. Mythologische Darstellungen treten auch 
bei ihm zurück. Seine bezeichneten Schalen befinden sich hauptsächlich in den Sammlungen 
des Louvre, des British Museum, des Osterreichischen und des Berliner Museu1ns. Anfangs 
lehnt er sich an Euphronios an. Später treten Anregungen von Hieran hinzu, so in der Louvre- 
Schale mit den Jünglings- und Männergruppen. Ganz er selbst aber ist er in der Berliner
        

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