Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst der vor- und außerchristlichen Völker
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834561
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3818211
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Drittes Buch. Die griechifche Kunst. 
Amt der Raumaussiillung. Zum strengen Stil der sihwarzfigurigen Vasen leiten besonders die 
reifsten Darstelluugen der korinthischen Weihtafeln hinüber, deren Scherben im Berliner Mu- 
seu1n aufbewahrt werden. Das Heiligtum in der Nähe von Akrokorinth, in dem sie aufgehängt 
waren, gehörte dem Poseidon. Die Abbildungen dieses Gottes iii allen denkbaren Verbindungen 
bilden dem entsprechend einen Hauptbestandteil der Malereien, die manchmal beide Seiten der 
Tafel geschini"jckt haben. Doch gehören auch Bilder aus dem griechischen Arbeiter- und Hand-  
werkerleben zii den häufigsten Darskelluncgen difTser Täfelchesn. s (7l.Oer Übergang zu dem regel- 
re )tens )warz "gurigen Va eii ti , in dem ie Frauen weiß, die 
  Männer sch.warz.gefärbt werden, spricht sich z. B. in den Scher- 
  q  ben an-, die Poseidon und Ainphitrite auf dem Wagen zeigen 
I-- (s. die T-user bei S. 237, Fig. H. Die Geseizi1idßigkeii, nach 
 M der in diesem Stil die Augen der M.änner, kreisför1nig, diejeni- 
 gen der Frauen in-aiidelföriiiig, beide wie von vorn gesehen, 
 gebildet werden, ist hier Jedoch erst im Entstehen begriffen (s. 
 die Tafel, Fig. b). 
-F-its Besonders lehrreich ist es, in Attila den Übergang von 
;:ff,NH jenem geometrischen Stile zum strengen schwarzfigurigeu Ar- 
 chais-inus, wie er durch die Frangoi-Z-Vase vertreten wird, zu 
 verfolgen. Fr1'jher nahm man an, daß hier eine Lücke klaffe, 
 die durch die Einfuhr aus- Korinth ausgefüllt worden sei: Seit 
W. neueren Forschungen Bruniis, Vohlau-Z und Pernices ist man 
 in der Lage, auch hier die Ubergangsstnfen zu verfolgen. Wir 
 erkennen, daß die attische1i Vasenmaler dem Andrang der 
 orientalischen Motive nicht zu widerstehen verinochteii, aber 
 au.ch,"daß sie sie selbstandig zu verarbeiten uiid dadurch dem 
.s  Fiechischeii8Fornienschat5 einzuverleiben verstanden. A1i der 
  its Spitze der Reihe steht eine geometrisch bemalte Vase des- Athe- 
xZ    ner Museunis-, deren Mittelstreifen schon Viergespanne statt der 
  bisher i"iblich.en Ziveigespaniie darstellt, während in ihren Zier- 
k.IjfFfis;;szssxiiiii mustern Spiralreihen aiiftrete1i, die von Zickzaiken eingefaßt 
  Werden Dem! folgt eine D1pylo1ivaf e der Kopenhagener 
 Saininliing, auf der zwei Löwen als unförniliche Phantasie- 
Vgi. Text, S. 242. gebilde sich um den Körper eines Kriegers streiten. Auf einein 
    Mischkrug aus Theben in der Sammlung der Archäologischen 
Gesellschaft zu Athen erscheint den ,,situationslosen" Tierreihen des echten Dipylonstils gegen- 
über schon ein Kentaur, der ein Reh verfolgt. Die Berliner Aniphora vom Hymettos zeigt einen 
mykeiiisierenden Blattfries über, einen Löwenfries unter den hagereii Kriegern des Mittelstrei- 
fens. Völlig zweckbewußt wird die ?Jiit3zeichniiiig zuerst auf der Nessus-vase des Athenische1i Mu- 
seunis gehandhabt. Ihre Figuren (s. die Tafel, Fig. a), Herakles im Kampfe mit dem Keu- 
tc-iuren NessosH und die drei Gorgoiien im Laufschritt, stehen denjenigen des echten schwarzfigU- 
rigen Vasenstils schon nahe. Doch zeigen sie noch kein Weiß, dafi"ir aber iingeivöhnlich viel Rot 
neben dem Schwarz. 
Wie man in Griechenland seit dem 7. Jahrhundert vielleicht unter ägyptischein Einfluß zu 
dem raumlosen Silhouetteiistil mit strenger Profilstellung der Gestalten gekommen, hat vor
        

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