Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst der vor- und außerchristlichen Völker
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834561
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3816780
Die Pyramiden und Mastal)as des alten Reiches. 
 
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Arbeit, die im Innern Wände und Scheinthür schmücken, geben diesen Gräbern erst ihre künst- 
lerische Weihe. Zunächst erhalten wir durch sie nähere Anfschliisse über jene Lehm- und Holz- 
bankunst des alten Reiches. Gerade an den Scheinthi"1ren oder Stelen mancher Gräber des 
alten Reiches, z. B. derjenigen der Opferkamu1er des Manoser aus der Z. D1)nastie im Berliner 
Museum und einer gleichalterigen, von Lepsius bekannt gemachten aus Gise (s. die Abbildung, 
S. 112), treten uns bereit-Z die beiden ha1tptsäel)lichsten arcl)itektouischen Ziern1otive der ganzen 
späteren Tempelbaukunst Ägyptens entgegen: der mit gemalten Bäudern nmwickelte Rundstab 
zur Abfassung senkrechter Kanten und die mit stilisierten Schilfblättern  be1nalte Hohlkehle 
als oberer Abschluß von Mauern und Thüren. Den einzigen pslanzlichen Schmuck bildet in 
fast allen Darstellungen dieser 
Art der einigen wenigen bekro"- H.  -is; es-  ,       
nenden Feldern eingefügte dop-      :  !  
pelte Pap1)rnsbüscl)el (nach an- "  :-i         
derenLotosblu1uen). Zwei lang-   ,.s             
stengelige, unter ihren Kelchen      V     - 
fest zusau1mengebundene Blüten      L. Er, E ' T z. 
bogen, nach links und recht.-Z (s.    
die Tafel bei S. 101, Fig.  -  
Zwischen dem S?talnoerk sind die    -   s    
schmalen und hohen Felder oft    "   
mit farbigen Schachbrett-, Zick-           
zack-, Rautenmustern bedeckt;    
undbeinähercrBetrachtuugent- -H-J  ? 
deckt man, das; diese hier in der  J E "     ; 
That die nat1"1rlichen Muster ge- "I    "X    Z?  J(  
slocl)tener Matten darstellen, die    X  K- if     
als Vorhang-: oder Wandbe-      
hänge zwischen jenen Latten ein-    , ;       L 
gespannt sind. Ja man siehtz.B. H   X M  N l. MAX W 
an der Westn)and de-J der 5. Dy- E""    S. IF,-P"  S)  
nastie angehörigen Grabes des 
Ptah-hotep zu Salt-ara, daß diese Matten zum Anfziehen und Herablassen eingerichtet waren. 
Und doch ivürde der oberslc"ichliche Beobachter in diesem ganzen Wandschmnck nichts weiter 
sehen als geometrische Linienspiele. 
Neben dieser ganzen Stabn)erkor1Iamentik und ihren manchmal textilen Füllnngen kommen 
in und an den Opferkammern dann aber auch Abbildungen zeltartig leichter Bauten (Ae(1icu1ae) 
mit n)eitgestellten Holzsti"1t3en vor. Von größter Wichtigkeit sind hier die Abbilder der Säulen 
selbst, weil sie uns die Entstehung der von der StüHkraft los-gelösten Schmnckform der ägyp- 
tischen Säulenkapitelle Vergegenwärtigen. Sind die dünnen Holzs("julen in der Regel als ein- 
fache Bliitenstengel geke1mzeichnet, so sind daneben doch auch schon Steugelbiindelschäste au- 
gedeutet. Lotos-knospen- und Lotosblütensänlen aber beherrschen diese Darstellungen, in denen 
Pap1)rnssänlen nur selten erkennbar sind. Holzstiihei1 mit augelnmdenen Knospen und Blüten 
zeigt die Nachahmung eines Holzbaues aus der 4.Dynastie im L-ouvre (s. die Abbildung, S.113, 
Zi-
        

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