Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Uhde
Person:
Ostini, Fritz von Uhde, Fritz von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-833151
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-833622
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Fischer und ,,Meisjes". Damit war alles die ganz spezifisch oberbayrischen Typen 
Fremde in seinem Wesen als Maler über- wiedergegeben, so den Neophyten rechts im 
Wunden, und gleich schnell wuchs sein Können Vordergrnnde. Er ist noch nicht zum Range 
undsein Ruhm; zu dem letzteren darf man wohl eines Spielmanns ausgerückt, wie das Fehlen 
die Opposition der Unverständigen zu zählen der ,,Schwalbennester" auf den Schultern 
sich erlauben. Noch 1883, diesem Jahre beweist, und hält die Schlägel linkisch in den 
einer unglaublich fruchtbaren Produktion, Händen, verlegen auf sein KalbfelI starrend. 
malte er die schon mehrfach beredete ,,Troni- Der links neben ihm, der die Trommel 
1nelübung" (Abb. 20-25). Der Schauplat;, stimmt, zeigt schon die stolze Sicherheit des 
ist dort außen am Rande des Münchener Meisters, und der im Hintergrunde zwischen 
Exerzierplatg,es von Oberwiesenfeld, wo der beiden übt mit künstlerischer Andacht irgend 
Spaziergänger zu gewissen Stunden ein un- einen schwierigen Rhythmus. Wer je Sol- 
glanbliches, ohren- datenphysiognomien 
zerreißendes Konzert M    in der Kaserne ein- 
von Ble"isern und   , gehender studiert 
Trommlern hören  hat, muß an den 
kann, die dort, jeder   Si   Burschen seine 
für sich und ohne    Freude haben, und 
Rücksicht aus die   -E- glänzend war in der 
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ollegen oder die  ;   Z,-c  Arbeit das Frei- 
?Jiervenlder Gesamk- T gchtproRledm gelöLt. 
)eit, i)re Signa e    T H;   rotg, a e em wnr e 
und Wirbel üben.      E  - das Publikum auch 
Tiefes Ch;iog"- vofn     für dieses j2,Bild  
öuen un ump -        , I? warm, un es ie 
"M"dc" Wirbeln  jahrelang in de-: 
hat etwas eigentiim.  K.  Werkstatt des Künst- 
1iehWi1des uudAuf-  1ees, bis es um 
regendes-an sich, und    189() herum ein 
der Anblick der Bur-  F   ,  Berliner Kunst- 
schen in ihren ab--   Hi freund, Dr. Julius 
geweHten Werktags-   Elias, nach der 
unisormen lehter  ei  Reichshauptsiadt 
Garnitur, mit den S,     7 entführte. 
blinkenden Jnstru-    Dies Bild war 
menten ist unge1nei1i  33,  der letzte Nachhall 
malerisch, malerisch aus Uhdes Soldaten- 
   d "t d s  
 l:11lsari1nUdee1in eines königlich preußi- Zeit der  
schen Schlachten- und Revuenmalers. Uhde es mit je1ierNeignng überhaupt nichts mehrzu 
sah auch manches menschlich Jnteressante in thun, und es war nur Zufall, daß die Leute, 
diesen Gruppen, die ihm einst auf einem die er darauf gemalt, blaue Röcke trugen. 
Spaziergang anfstießen, sah die Verschieden- Mit dem nächsten Werke, das er im Winter 
heit der Mienen in ihrem wechselnden Aus- 1883J84 mit heißem Fleiß und in, be- 
druck zwischen Eifer, Gleichgiiltigkeit, Selbst- geistertem Schaffen fertig brachte, dem ,,Lass.et 
zusriedenheit u1id Stumpfsinn und malte nach die Kindlein zu mir kommen", trat er in 
vielen Beobachtungen u1id Studien ein Stück eine Phase seiner künstlerische1i Entwickelung 
militc"irischen Lebens von kaum jemals da- ein, die fast zwanzig Jahre währte nnd 
gewesener Naturwahr-heit. Das Bild ist seiner Persönlichkeit das Charakteristikum 
nicht groß  viel kleiner, als es nach der gab, das für Uhdes Namen in der Kunst- 
merkwürdig ,,lebensgroß"- wirkenden Re- geschichte nun einmal das Bleibende sein 
Produktion scheinen möchte, die vielen Figuren wird, seine biblische Malerei. Eine 
sie en überras end ri ti im Raume und ro e Rei e von Bildern, seine beten und 
g g  
auf den Füßen. Meisterlich hat der Künstler größten Meisterwerke darunter, hat er nach
        

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