Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Uhde
Person:
Ostini, Fritz von Uhde, Fritz von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-833151
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-833454
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durch den akademischen Zwang scharf ab- blutjunger Leutnant marschierte er 187() 
gestoßenen Talente, sich leicht und schnell von feiner Garnison Pirna aus in den 
auf die eigenen Füße zu stellen lernen. Eine Krieg und sollte bald reichliche Gelegenheit 
Akademie kann ihnen ja im besten Falle nur haben, die schreckliche Schönheit der männer- 
die materielle Gelegenheit geben, zu lernen mordenden Feldschlacht an der Quelle zu 
 lehren kann sie wenig, oder nichts. studieren. Und er empfing wirklich gewaltige 
FriH von Uhde war das Malerwerden Eindrücke, Eindrücke voll Grauen, Groß- 
einstweilen ganz verleidet und er wandte artigkeit und Farbe. Noch heute gerät der 
sich dem Soldatenberufe zu. 1867 trat er Künstler in Erregung, wenn er vom Abend 
bei den sächsischen Gardereitern als Avanta- von St. Privat und vom Morgen nach der 
geur ein, wurde bald Fähnrich und 1868 Schlacht erzählt, von dem zerschossenen 
Leutnant. Sein Ta- Dorfeingang von 
lent übte er einst- ,     St. Privat, wo un- 
weilen nur mehr als    g :     M einem Haufen 
Dilettant. Er nahm Z ge sc "  z  z ( - von Leichen blut- 
sein Malgerät mit         junger Burschen die 
tu die K0seMs Und J -    - martiaIischeKriegi:r- 
malte und zeichnete      ;    "    gestalt eines orden- 
auch hier. Daß ihn    J        geschmückten fran- 
die Schlachtenma-     I    ;I zösischen Obersten 
lerei zunächst und s;j-Z,  J   z I lag, von der phan- 
aussch1ieß1ich inter-   s     , :   tastischcn Unter- 
essierte, brachte -  Hi  Y  weltbeleuchtung des 
einerseits auf ganz [ (   Schlachtabends, wo 
natürliche Weise         alles in dunklem, 
sein neues-Beruf als    F   .     blauen! Nebel 
Reiteroffizier mit  es     XX.  schwamm und die 
sich, aber auch der  J   Z.  T Luft über dem Meer 
Verkehr mit dem     von Leichen dalag, 
Schlachtenn1aler ;  ;    -  wie etwa auf dem 
Ludwig Albrecht  i    einen Bilde Böck- 
Schuster trug dazu III-!V  L-:   lins mit der bren- 
bei. Dieser hatte   F    ncnden Burg und 
einst bei Horace    i    den plündernden 
Vernet gelernt  J;-sag:      Piraten. .Uhde trug 
er ist 1824 geboren    - J ,    J   die Erinnerung 
 und einige    T  lange mit sich her- 
pkächtige SchIqc)-    um und bedauert 
tenbjIdek von großer Abb. 14. Studie aus Zandvoort. (Zu Seite 26.) wohl jeHt noch- aus 
Lebendigkeit gemalt. dem gewaltigen Ein- 
Die Dresdener Galerie besiHt eine ,,Schlacht druck nicht ein Bild gestaltet zu haben. 
bei Borodino" von seiner Hand, worin eine Heute ist die Distanz von 32 Jahren 
beispiellose Heldenthat des sächsischen Garde- doch wohl zu groß, als daß er sich noch 
korps unter Ney verewigt ist. Uhde lernte daran wagen möchte. Er hat freilich jene 
Schuster schon in seiner Akademikerzeit Szene von St. Privat noch während des 
kennen, feste auch als Offizier den anregen- Feldzuges einmal auf die Leinwand ge- 
den Verkehr mit ihm fort und kopierte viele bracht; was aber aus dieser Skizze ge- 
seiner Arbeiten, namentlich die trefflichen worden ist, weiß er nicht mehr zu sagen. 
Pferdestudien, die ihm jener bereitwillig lieh. Zu-Anet, nahe der Eure bei Paris, geriet 
Für die nächste Episode von Uhdes Thätig- er in das Atelier des Schafmalers Jacques, 
keit als Maler wurde das von großem Ein- das dieser verlassen hatte, um vor seinen 
fluß, er gewann immer lebhafteres Interesse eigenen Landsleuten, nicht vor den Preußen 
für die Schlachtenmalerei und das Leben zu fliehen. Dort fand er Malgerät und 
trug das Seinige bei, es zu bestärken: als blieb einen Tag, während er jene Episode
        

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