Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Fünfzig Illustrationstafeln mit beschreibendem Text
Person:
Haeckel, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-828848
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4213388
  
 I)is(30me(1usae. Hrl1eibenquallen.  
 Stamm der IDesselkiere (Cnidaria);  Klasse der 11appenquallen (Aoraspedae);  1Brdnung  
 der -Zrheibenqnallen (Disc0medusae);  Unterordnung der X ahnenm itndi gen (Sem0s1;omae).  
    
 Die fahnenmündigen Scheibenquallen, die auf dieser Tafel dargestellt sind, haben denselben regel-  
mäßig strahligen Bau wie die auf Tafel 8 abgebildeten Semostomen. Der kreisrunde gallertige Schirm  
(Umbrella), welcher als Schwimmorgan dient, zeigt in der Mitte seiner konkaven Unterseite (Sub-  
umbre1la) die viereckige Mundöffnung (,,Mundkreuz"). Die vier langen Arme, die von dessen vier  
Ecken abgehen (Fig. 5), sind oft fahnenförmig und bestimmen die Strahlen erster Ordnung (Perradien).  
 Mit den Mundarmen wechseln regelmäßig die vier Geschlechts?-drüsen oder Gonaden ab, die stets in den  
 Strahlen zweiter Ordnung (Jnterradien) liegen (Fig. 1, Z, 6 u. 8). An ihrem Innenrande sitzen vier  
 Büschel von beweglichen Magenfäden oder Gastralsilamenten, die frei in die Magenhöhle hineinragen und  
 bei der Verdauung mitwirken. Am Schirmrande sitzen außen acht Sinnes-kolben (vier perradiale und vier  
 interradiale); jeder Sinne-Zkolben (I-Th0pa.lium) ist aus drei verschiedenen Sinnesorganen zusammen-  
 gesetzt: an der Basis (in Fig. 7 unten) eine Riechgrube oder Nase mit verzweigten Falten; in der  
 Mitte ein Auge (ein runder oder verästelter P-igmentkörper, oft mit Linse); am freien Ende (in Fig. 7  
 oben) eine eiförmige Kapsel, die Kalkkristalle enthält, früher für ein Gehärbläschen gehalten, jetzt für ein 
 Organ de-Z Raumsinnes (Gleichgewichtsbläschen oder Statoeyste). Mit den acht Sinneskolben alter- 
 Nieren meistens acht (oft auch mehr) lange bewegliche Fangfäden oder Tentakeln (in den Strahlen dritter  
 Ordnung, Adradien). Zwischen den Tentakeln und den Rhopalien sitzen ursprünglich am Schir1nrande  
16 vor-springende Randlappen, in den Strahlen vierter Ordnung (Subradien, Fig. 9).  
   
 Fig. 1. Aurelia i11Su1in(1a. (IIaeclieZ). Fig. 2. A.ure1ia au1-its.  
 IIa1nilie der 1Lrll1nariden. Iiamilie der J-kllmariden.  
 Das ganze Tier, in natürlicher Größe, von Die Strobi1a- oder der Knospenzapfen, welcher  
 unten gesehen. Diese neue Art (aus dem Meere den eigentümlichen Generationswechsel der Scheiben-  
 von Jnsulinde, an der Küste von Sumatra) ist blaß  quallen charakterisiert, stark vergrößert. Aus dem  
 rötlich gefärbt, die Gonaden violett; sie steht so-  befruchteten Ei derselben entwickelt sich ein einfacher  
 Wohl der europäischen A. aurita als der ameri- Becherpolyp (Soyphostoma, oberster Teil der  
 k(I1Ikschen A.11a-banensis (von Habana) nahe, unter- Fig. 2). Aus dessen Mund wächst ein langer Zapfen  
 scheidet sich aber von beiden durch die Gestalt der hervor, der durch Quereinschnürungen in eine An-  
 Vier sichelförmigen Geschlechtsdrüsen und der schmäch- zahl von kreisrunden Scheiben zerfällt. Jede Scheibe  
 tigen kurzen Arme, sowie durch die acht tiefen Buch- bildet am Rande acht Paar Einkerbungen, in denen 
 ten des Schirmrandes, in denen die acht Sinnes- acht Sinneskolben mit acht Tentakeln alternieren;  
 kolbeu liegen. Der ganze Schirmrand ist mit sehr später lösen sich die Scheiben ab und schwimmen  
 zahlreichen kurzen Tentakeln gesäumt.  als kleine Dis-komedusen umher (Bphyra).  
  
L-                   
        

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