Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Fünfzig Illustrationstafeln mit beschreibendem Text
Person:
Haeckel, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-828831
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4210425
Die Moostiere (Bryozoa) bilden eine formenreiche Klasse im Stamm der echten Wurmtiere 
(Verma1ia); sie leben größtenteils im Meere, wo ihre Stöcke in Form von Krusten, Blättern, Büschen u. s. w. 
Steine und andere Gegenstände überziehen. Jedoch die Ordnung der Armwirbler (L0phopoda), 
welche auf dieser Tafel dargestellt sind, kommt nur im S1"ißwasser vor; sie ijberziehen hier mit ihren 
kriechenden Stöcken Wasserpflanzen und Baumwurzeln und finden sich Ost Un der UUt8VfIäc)8 der VkättCV 
VOU WUff8VkkUssU- SEeWfen u. s. w. Jn der Jugend ist jedes Moostierchen eine- einfache wurmartige 
Person (Fig. 6), nahe verwandt einem Rädertierchen (R0tatoria); durch den zierlichen Tentakelkranz, 
welcher den Mund umgibt, gewinnen sie Ähnlichkeit mit den hydroiden Polypen (Tafel 6 u. 25) und werden 
daher auch oft als ,,Moospolypen" bezeichnet; sie unterscheiden sich aber von diesen sehr bedeutend durch 
die entwickeltere innere Organisation (Beß1z von Leibeshöhle, After, Gehirnknoten u. s.   Die Ver- 
mehrung der Moosticre geschieht teils auf geschlechtlichem Wege (durch befruchtete E-ier), teils unge- 
fEk)lethtlich, durch Knospung. Die meisten Bryozoen bilden dann durch oft wiederholte KU0sPUUg gWßE 
Stöcke oder Kormen, die aus sehr zahlreichen kleinen Personen zusammengesetzt und durch mannigfaltige 
Form der harten ausgeschiedenen Gehäuse ausgezeichnet sind.  Die Armwirbler des süßen Wassers sind 
durch einen hufeisenförmigen Träger der Tentakelkrone sowie durch die Produktion von inneren Dauer- 
keimen (Statob1asta, Fig. 1 und 2) gekennzeichnet. Diese ,,Winterknospen" überwintern, und im Früh- 
jahr schlüpft daraus ein Keim hervor, der sich sofort zu einer jungen Person entwickelt (Fig. 6)- Diese 
treibt dann seitlicl)e Knospen (Fig. 3). Die runden Dauerkeime umgeben sich mit einer festen, linsen- 
förmigen Hülle; der Rand dieser braunen Linse ist oft von einem zierlichen Schwimmring umgeben, dessen 
zahlreiche kleine Kämmerchen mit Lust gefüllt sind (Fig. 1 und 2). Dadurch werden die Statoblasten an 
der Oberfläche des Wassers schwimmend erhalten und fortgetrieben. 
 Fig. 1-5. (Jristate11a- 1I111(3e(I0 (Cno-des-). Ende feine Widerhäkcl)en tragen (zur Befestigung 
Fig. 1. Ein unreifer Dauerkeim (Stato-  M W(IfsEI"PfkCMzeN)- 
blast), ein vielzelliger linsenförmiger Körper, der  Fig-3- EkNjUNges StöCkc)EU(C0TmjdiUM)- 
von einer bewimperten Hülle umschlossen ist. welches frei umherschwimmt und aus drei Personen 
Fig. 2. Ein reifer Dauerkeim (Statoblast). oder Einzeltieren zusammengesetzt ist (dazwischen An- 
 Der innere (braune) oielzelligc Körper ist von einer lagen Von zwei weiteren P8VsOUEN)- Die IUikUM 
 harten, linsenförmigen Chitinhülle umschlossen. Den Person ist das älteste Individuum- UUsgEfc)k1"lPft  
 Rand der bikonvexen Linse umgibt ein zierlicher aus dem kiUsMförmkgM D(IUSVk8kM (Fkg- 2); sie  
 Schwimmring, zusammengesetzt aus kleinen, luft-  hat rechts und links eine Seitenknospe getrieben.  
 gefüllten Kämmerehen. Außerdem gehen vom Rande  Fig. 4. Ein vollständiger blattförmiger Stock  
 der Linse viele stral)lenförmige Stacheln ab, die am  (Gorm11s), sich frei im Wasser bewegend, schwach  
Lk.    
        

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