Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Fünfzig Illustrationstafeln mit beschreibendem Text
Person:
Haeckel, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-828831
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4209944
I-?olxr1iralzli1cge. 
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Die Phaodarien oder Cannop1)leen bilden eine besondere Hauptgruppe (Legion) in der Klasse 
der Radiolarien oder Strahlinge. Der ganze Körper dieser marinen Protozoen besteht aus einer ein- 
fachen Zelle. Der lebendige Weichkörper derselben hat gewöhnlich eine sehr einfache Gestalt (kugelig, 
kiUfeUfö1"UIkg- kSgEkförMkg- eiförmig u. s.  er besteht, wie bei allen Radiolarien, aus zwei verschiedenen 
Hauptteilen, die durch eine dünne, feste Haut getrennt sind. Der innere Teil, die Zentralkapsel, um- 
schließt den rundlichen Zellkern; der äußere Teil, das Calymma, bildet eine Gall-3rth1"ille um den ersteren 
und wird von den zahlreichen, von diesem aus-strahlenden Scheins1"ißchen oder Pseudopodien durchbrechen 
(hier nicht dargestellt). Die verkieselte harte Schale, welche von den letzteren an der Oberfläche des 
Caly1n1na am-geschieden wird, besitzt eine sehr nianniafaltige und zierliche Gestalt. Die meisten Phän- 
darien sind Bewohner der Tiefsee, von sehr geringer Größe. 
Tafel 1 stellt Vertreter von drei verschiedenen Familien der Phäodarien dar: Fig. 1-3 Cir- 
coporiden, Fig. 4 und 5 Medusettiden, Fig. 6 eine C-hallengeride. 
Fig. l. Gjr(30g"0nia- i(JOSahe(ira. (licieelceZ).  vielseitiger! geometrischen Körpers, dessen Ecken sämt- I 
L-'rlamilie der (1J;ircoporiden.  lich in eine Kugelfläche fallen. Die gleichen drei- 
 Die Schale hat 0,7 mm Durchmesser iind die  eckigen Flächen (32-40) find vertieft und durch  
 Form eines regulären Jkosaeders; sie ist begrenzt erhabene Leisten getrennt. Aus den (24-30) pyra- 
 von zwanzig gleichen dreieckigen Flächen, auf denen midalen Ecken erheben sich hohle Radialstacheln init  
 sich zierliche, netz,förmig verbundene Leisten erheben. gedrehten Kanten, besetzt mit Kieselwimpern; die 
 Eine von diesen Grenzflächen (in der Mitte) zeigt  Basis jedes Stachels ist von fünf bis sechs Poren 
eine größere Osfnung, mit sechs Zähnen bewaffnet.  umgeben, seine äußere Spitze von fünf bis sechs 
 Von den zwölf Ecken des geometrisch regelmäßigen  Stacheln. Jn der Mitte der Figur ist die größere, 
 Körpers gehen zwölf hohle ftrahlige Stacheln ab,  von acht bis zwölf Zähnen umgebene Mündung der 
 die an der Basis von einem Porenkranz umgeben  Schale sichtbar. 
             
ist MI;1m-If Z  Fig la die Man:  Je-mi1i-: der (xiirxopokidekk. 
     Die k1igelige Schale, von 0,4 mm Durchmesser,  
 dung der Schale, welche in der Mitte von Fig. l         
fichtbar ist stärker vergrößert.  ist durch eigentuniliche porzellanartige Beschaffenheit 
,  ausgezeichnet, mit runden Grübchen bedeckt und von 
 Fig. 2.  (J01"0niI-1"iuS ("liciecleel).  zahlreichen (80-40) Porenkränzen dnrchbrochen;  
 3TAMkIk2 VIII EkVWPVVkD2U-  gewöhnlich zeigt jeder Kranz fünf Poren (Fig. 3a).  
 Die Schale hat 0,5 mm Durchmesser und die  Aus der Mitte jedes Kranzes erhebt sich ein starker  
 F0rm eines endosphärischen Polyeders; d. h. eines  radialer Hauptstachel. Außerdem ist die ganze 
 
        

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