Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-828800
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3857234
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Hans Makart. 
ernsihaften Leuten nngesc)eut als ein bloßer Virtuose des sinn- 
lichen Reizes noch lange behandelt, ganz so wie der ihm in 
vielen Dingen Verwandte, in anderen freilich gründlich von, 
ihm verschiedene Richard Wagner. Bei Makart reduzirt sich 
die Sache einfach da-raus, daß es ihm allerdings weit mehr 
auf die Darstellung eines schönen, berauschenden Seins, als 
auf die des Seelcnlebens oder selbst von Charakteren ankömmt, 
in welch letzterer er unzweifelhaft hinter seinen Mustern Paul 
Veronese und Rubens noch weit znriickblei"bt, wie an ächte1n, 
gesundem Lebensgesiihl. Daß er ihnen aber näher gekommen 
als irgend ein Moderner, bleibt darum nicht minder wahr.  
Jener giftige Neid aber ist gewiß einer der häßlichsten Züge 
an unserem Nationalcharakter, da er sich allemal dann zeigt, 
wenn es einem genialen Mann halbwegs so gut geht, als 
man bei jedem Börsenjuden ganz selbstverständlich und ge-, 
rechtfertigt findet. 
Wie ich die Dinge bei ihm nachher wirklich fand, mag 
man aus dem Bericht sehen, den ich von den Resultaten eines 
Besuches abftattete, welcher mich drei Jahre später, 1872, 
nach Wien führte, und an dem ich auch heute nicht viel zu 
ändern wüßte. 
,,Jch bekenne ganz offen, daß mir ein wenig bange war, 
als ich .dem Garten neben der Wiener Erzgießerei zuschritt, 
wo der schwarze Tiger  denn dazu haben die Pocen neuer- 
dings den jungen Löwen von ehedenc gemacht  durch kai- 
serliche Huld ein so reizend Wohnung nnd Werkstatt ver- 
einendes Heim gesunden. Um so mehr, als das Sujet einer 
"Caterina Cornaro, das der Meister seht zu einem kolossalen 
Bilde verarbeiten sollte, mir doch gar zu äußerlich und nichts- 
sagend erschien. Jndesz schon das Atelier selber ist eine Reise
        

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