Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-828800
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3856985
Rathhauses steht. Unter ihnen sind die einerseits mit Frauen 
und rechts mit Invaliden besetzten Tribiinen voll meisterhast 
das Ergriffensein und den Jnbel beider darstellenden Figuren, 
wo uns dann eine Menge von Einzelmotiven, bald durch 
Rührung und bald durch Lachen Thränen auspressen. Z. B. 
die barmherzige Schwester, welche einem Verwundeten die 
Balkontreppe hinaufhilst, oder ein Däknchen, das von diesen! 
herab einen einreitenden Kürasfier mit solchem Eifer grüßt 
und hinwiederum von ihm gegrüßt wird, daß sie beide fast 
das Uebergewieht bekommen. Tann bei ,,inmitten deiner 
Heldenschaar" sind die Lettern wieder als Staketen benüt;.t, 
auf denen die Köpfe der Führer: Bis-tnark"s, Moltke"s, 
Roon7s :c. als Nägel ausge1neißelt sind,"hinter ihnen aber 
die triumphirenden Soldaten selber sich drängend und grüßend, 
jubelnd und Kränze aufsangend, voll herrlichen Lebens ein- 
ziehen. In diesem Styl geht es dann bis zum Schlusse fort, 
immer neu nnd üben-aschend, sinnvoll den ganzen Glanz des 
Moments ausspreehend, das; es unmöglich gewesen wäre, 
Berlin an jenem Einzngstage t1-essender und geist1-either zu 
schildern. 
Jch glaube nicht, daß wir im ganzen Bereiche unserer 
verzierenden Kunst etwas so durchaus originelles, das Jnnerste 
des Gemiiths e"rgreifendes und rührendes haben, und das zu- 
gleich den höchsten Jubel des Sieges, seinen ganzen Ueber- 
schwang athmete, daß man fast versucht wäre, diese Leistung 
des Künstlers über alle seine anderen zu setzen. Sein Herz 
wenigstens war sicherlich bei keiner so sehr mit im Spiel. 
Dabei gibt er die Soldaten Kaiser Wilhelms eben so un- 
übertresflich wieder, als er einst die des großen Königs, man 
kann sagen, neu erschuf.  Ganz charakteristisch für ihn ist
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.