Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-828800
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3856472
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Buonaventura GenelIi. 
Natur nur noch an sich oder im Fluge studieren. Dies ver- 
schuldet wohl auch die Mangelhaftigkeit sei11er artistischen Bil- 
dung; gleich Carstens vermochte er nicht mehr, als in ziem- 
lich kleinem Maßstabe schwach modellirte und colorirte Zeich- 
nungen auszuführen, wie er ein größeres Format annimmt, 
so wird er leicht leer, versteht die Formen nicht mehr aus- 
zufüllen. Gemalt hat er offenbar selten oder gar nie nach 
der Natur, es noch weniger gelernt als alle seine deutschen 
Zeitgenossen. Und das, obwohl er einen viel feineren und 
richtigeren Geschmack im Colorit hatte, als die Mehrzahl 
derselben, wie man aus seinen Oelbildern bei Schock sieht, 
selbst wo dieselben nicht von Nah! oder BerdellL- übergangen 
wurden. 
Gibt man aber einmal diese Grenzen zu  und auch 
der Größte hat ja die seinigen  so muß man sagen, daß 
uns aus seinen Werken eine Fülle, wenn auch der Masse der 
Nation völlig unzugänglichen Reizes entgegenquillt, vor allem 
eine einfache Schönheit der Anschauung menschlicher Gestalten 
wie Verhältnisse, die uns mit der größten Achtung für den 
erfüllt, der so empfand. 
Dies zeigte sich jeYt gleich bei einer seiner frühesten 
und schönsten Compositionen, die ihm freilich erst nach mehr 
als einem Menschenalter auszuführen vergönnt ward. 
Es ist ein Cyklus von Bildern zur Verzierung eines 
Speisefaals gedacht und schließt ßch in Anordnung und Styl 
an die Farnesina an. Nur hat die für eine ganze Wand be- 
stimmte monumentale Composition jeßt auf eine Leinwand 
von mäßiger Größe zufam1nengedrängt und statt in F:-esko 
in Oel gemalt werden müssen. Jn der Mitte sehen wir als 
Haus-tbild -Herkules Musagetes, der vor ihm sit3enden Omphale
        

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