Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Künstler des neunzehnten Jahrhunderts
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-828800
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3855608
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gemalt sind, und direkt an die naive Grazie Rasael"s in der 
Farnesina oder andere Cinquecentisten erinnern. 
Die beste derselben ist der nach den Traditionen vieler 
alten Völker aus dem Wasser gel)orne Geist der Natur, eine 
herrlich blühende weibliche Figur, von Tritonen getragen, 
während Genien die Wolken der Finsterniß zerreißen, eine 
prachtvolle Composition, ganz von klassischen1 Geist getränkt! 
Es folgt dann Flora mit ihren Kindern, Blumen streuend, 
während sie über die Erde hinschwebt, endlich Apollo mit dem 
Viergespann.  Nur dieser hat wieder einen wunderlich kna- 
benhaften Zug, das Baroke, was bei Böcklin so oft wieder- 
kehrt, alles Andere ist überaus leicht und leuchtend, gleichsam 
nur so hin improvisirt scheinend gemacht und gewährt das 
reinste Vergnügen durch die eigcnthümliche Art, mit der er 
ächt griechische Heiterkeit mit dem tiessinnigsten Ernste mischt, 
wie er denn als 1noderner Faust und gritbelnder deutscher 
Philosoph antike Weltanschauung und romantische Kunst in 
seinen Werken unaufhörlich mengt, selber aber den Schweizer 
nie los werden und es daheim doch schwer aushalten kann. 
Indessen blieb er doch mehrere Jahre, obwohl ihm ge- 
rade aus diesen wenig verstandenen Fresken viel Verdruß er- 
wuchs. Schon vorher malte er deren noch mehrere bei dem 
Rathsherrn Sarrasin, die ich leider nicht gesehen und von 
denen ich nur eine Wiederholung kenne, die wir wiederum 
in der Schack"schen Galerie finden. Sie hängt wohl wiederum 
mit seinen Erinnerungen aus -Olevano zusammen. Es ist eine 
grandiose Abendlandschast mit auf steilem Fels einsam auf- 
ragendem Gebirgsdörfchen als Emaus, dem bei einbrechender 
Dämmerung und stürmischen Himmels seltsam unheimlich 
flacerndem Licht der Herr mit den Jüngern unter mächtigen
        

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