Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahrbuch der bildenden Kunst
Person:
Martersteig, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-828796
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3776719
Kunst im Handwerk 6] 
nouveau und La Maison moderne diesem Geschmacke neuerdings gewisse Zugeständnisse 
gemacht, ohne die modernen Grundsätze zu verleugnen.   
 Tragen wir noch nach, was Andreas Aubert vom norwegischen und Gustav Upmark 
vom schwedischen Kunstgewerbe berichten, so kann unsere Rundschau schliessen: Auch von der 
skandinavischen Kunst im Handwerk hat die Krefelder Nordische Ausstellung ein ziemlich richtiges 
Bild geboten. Nie ist Gerhard Munthe, dieser grosse Malerkomponist, der, wie Erik Werenskjöld, 
mit vollem Recht behauptet, „die Grundlage unserer dekorativen Kunst geschaffen hat," ausserhalb 
Norwegens so reichlich und vielseitig repräsentiert gewesen, wie in diesem Jahr in Krefeld. Zu 
Weihnachten wird von ihm als erste Frucht der neugestifteten Gesellschaft „Norsk Bogkunst", 
sein „Draumkvede" vorliegen als ein geistreiches und vornehmes Prachtwerk. Die Original- 
Illustrationen zu diesem visionären, mittelalterlichen Gedicht, das, älter als Dantes Divina commedia, 
noch auf den Lippen des Volkes lebt, waren im Monat März auf einer Ausstellung von Schwarz 
und Weiss zu sehen.   
Zu Weihnachten wird auch das nationale Monumentalwerk „Norge i det 19 de Aarhundrede", 
die grösste Publikation, die bis jetzt bei uns erschienen, fertig sein. Durch das ganze Werk sind 
als Illustrationen zu einer Abhandlung über die Malerkunst eine Menge Reproduktionen nach 
unseren bedeutendsten Gemälden zerstreut.   In Stockholm hat in diesem jahr das älteste 
Institut, die „Handarbeteds Vänner" seine Tätigkeit noch erweitert, die ja durch ihre Ausstellungs- 
Filialen in Berlin, Dresden, Leipzig und Karlsruhe den Deutschen nicht fremd geblieben ist. Die 
künstlerische Leiterin dieser Vereinigung ist Agnes Branting. Andere Anstalten sind die „Aktie- 
bolaget Svensk Konstslöjdutstallning", die „Nordiska Kompaniels Textil-Afdelning" 
und „Förening for svensk bemslöjd", die alle Zweige des Kunsthandwerks pflegen; die letzt- 
genannte Vereinigung hat es sich zur Aufgabe gestellt, namentlich die häusliche Industrie zu fördern. 
Die beiden keramischen Fabriken des Landes, Rörstrand und Gustafsberg, denen in Wallander, 
Wennerberg u. a. treffliche künstlerische Kräfte zur Seite stehen, haben ihre Produktion auch im 
nämlichen Sinne immer mehr enveitert; ihre für den Haushaltsgebrauch berechnete Ware zeichnet sich 
durch künstlerische Komposition und gediegene Ausführung  bei erschwinglichen Preisen  aus. 
Dagegen will ein Aufschwung der Möbelkunst bei uns sich nicht einstellen; die hohen Arbeitspreise 
und das vorwiegende Interesse für Möbel der alten Zeit hemmen hier die Entwickelung.  
        

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