Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahrbuch der bildenden Kunst
Person:
Martersteig, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-828796
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3776004
Die Kunstausstellungen 1902 
insofern etwas weiter gesteckt hatte, als nichtbadische Künstler, die in Baden leben, und um- 
gekehrt badische, die nicht mehr dort zu Hause sind, einbezogen waren, konnte die Abteilung sehr 
reich und fesselnd gestaltet werden. Drei Künstlern hatte man ganze Kabinette eingeräumt: Hans 
Thoma, Ferdinand Keller und Gustav Schönleber. Die beiden ersten sind vollkommene 
Gegenpole; alles, was dem einen fehlt, eignet dem andern. Vom grossen Publikum wurden die 
Werke des effektvollen und äusserst geschickten Dekorationskünstlers vielleicht noch mehr bewundert 
als die des schlichten Empfindungs- 
 u  künstlers, die leider sehr eng zusammen- 
  v.     gepfercht waren. Auf den verständnis- 
 1          vollen Beschauer aberwird diesesThoma- 
     Kabinett einen unausloschlichen Ein- 
   x  druck hervorgebracht haben- enthielt es 
 itei" (E  doch von fast allen seinen Gebieten 
 n"     und aus allen Perioden Meisterwerke. 
   E' h" B'   
 er ein       m 5c ""65 "dms des Meßteß Selbst 
        bringt die Lithographie von Würten- 
   .      ;   
   i V     i. und Proben seiner reifen Kunst ver- 
  i     mittelt den Lesern des Jahrbuchs das 
     Kunstblatt nach dem Gemalde „En- 
        dymion und Luna" (S. 26), sowie die 
       reizenden kleinen MaJQhkafhese (S. 43 
   i   U. 52). Auch die badische Abteilung 
i;         enthielt ausser den schon erwahnten 
 c d.       i ern euer ac s er e einiger er- 
41A";  '   D   storbener,namlichderMunchnerWilhelm 
ü,   .5! l          
1.5"     '   es i  Durr und Wilhelm Volz, und wahrend 
  r  a      der Ausstellung starb der Landschafts- 
 taje-  r      maler Emil Lugo, der aus Munchen 
  x         eine charakteristische Schwarzwaldland- 
     e.  schaft geschickt hatte. Unter den 
      Porträtinalern erfreuen sich Otto 
; VÄÄEfJiV      Propheter und Caspar Ritter (dessen 
 n,  W;     
        "Sie? Kinderbild "Vera", Abb S. 27) der 
     er '  f"?    grössten Beliebtheit, da sie alle Vorzüge 
7    i.       ihrerModelle in einschmeichelnderWeise 
 i i       Q5321 Ü"    
       zur Geltung zu bringen wissen. An 
3,3,   (i; ä   54g   Kraft des Ausdrucks wurden ihre Werke 
     g vollig geschlagen durch Fritz Bohles 
i   t     knorriges Selbstbildnis, an frischer Le- 
           bendigkeit durch Herman Junkers Reiter- 
Josef Hiriterseher: Waldidylle (Brunnengruppe) bild. Viktorweishaupt zeigte sich wieder 
als einer unserer vorzüglichsten Tiermaler. Die badische Landschaftsmalerei war  ausser durch 
Schönleber (Abb. S. 1)  durch Dill, von Volkmann, Kampmann, Haueisen, Graf und andere 
würdig vertreten. Von Kampmann bringt das Jahrbuch die farbige Steinzeichnung "Abendluft" als 
Kunstblatt (S. 80), und „Ziehende Wolken" (S. 5), von Haueisen "Wolkenschatten" (S. 20). Eine 
Sonderstellun nimmt in Karlsruhe Friedrich Fehr mit seinen in den kräfti sten Farben ehaltenen 
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Bildern ein, von denen eine Schachpartie besonders bemerkt wurde. Die übrigen deutschen Abteilungen 
erregten weniger Interesse, da sie zum grössten Teil schon bekannte Werke enthielten. Erwähnt sei, 
dass Wilhelm Trübner eine grosse Zahl höchst interessanter Frühwerke geschickt hatte, und dass Karl
        

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