Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A-H
Person:
Müller, Hermann Alexander Mothes, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-828749
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4378197
 gzanstil 169 "gsqus1it 
-Der Entwicklungsgang der ganzen ntittelalterlichen Offenbarung der schon längst im  
Bauknnst ist ein so stätiger, daß man eigentlich Stil keimenden Prinzipien in England als semi- 
gar nicht von wirklich gesonderten Stilen reden not-man, 1nixed not-man St-yle, in Frankreich als 
kann; wir adoptirten nachstehende No1nenklatur style r0m--n tertinire, ogivo-romnn, r0man 
und Eintheilung daher nur aus praktischen Grün- 0giv-il. in Deutschland als vorgothisrher Stil, ro- 
hen, um der Deutlichkeit und Leichtigkeit der manischer Stil mit SpiHbogen er. auf, indem 
Präcisirung willen. Ums Jahr 300 beherrschte aber ganz gleichzeitig schon Werke des früh- 
der rö1nische Baustil, frz. sty1e roman, engl. gothischen Stils, frz. Styls ogiva1zn-imajre, St. 
r0man sty1e, fast die ganze gebildete Erde; höch- ogival en lancette,  pointu, St. mystique pur, 
stens wäre daneben die neupersische oder sassa- St-. ogjvique pur, sit. g0thique pur, st. du 
nidische Bauweise zu nennen, die, aus persischen sit-cle XlI1., engl. first p0inted, lnneet-p0inted, 
Elementen hervorgegangen, dennoch römischen e-rr1y gotl1ic Styls, auftratcn; die nun herrschende 
Einfluß dokume11tirt. Die Germanen hatten da- Bauweise heißt bei den Deutschen gothischer, 
mals noch keine Bauknnst.  Mit den! Auftreten deutscher, altdeutscher, germanischer Stil, bei den 
des Christenthums entsaltete sich der altihristliche Franzosen style 0gjval national, bei den Eng- 
oder- lateinische Baustil, aus dem sich einerseits ländern engljsl1 style. Über die Berechtigung 
der byzantinisihe Banstil unter Aufnahme orien- dieser Bene11nungens.d. Art. gothischer Stil. Man 
talisc)er Formen entwickelte; aus ihm zweigten unterscheidet: Deutsch-gothisch, Gothisch schlechthin 
sieh die armenifche, abeffinische, 1ningrelische, ser- und darunter wieder Frühgothisch, Reingothisch, 
bifche nnd später die rusfische Banweise ab; aus Hochgothisch, spätgothifchen od. Flammenstil und 
altchristlichen, byzantinischen nnd per-fischen Ele- vernü(hterten goth. Stil, späteste11 goth. Stil, gothi- 
menten erwuchs der arabifche B. und aus diesem schen Verfallstil;  französisch-gothischen Stil, frz. 
wiederum unter Ausnahme nor1nannischer Ele- style national, gott1ique, polyg0na1xy1o"1"dique, 
mente die maurifche und sarazenische B. 2c. U. hier wieder style ogivu1 primaire, ä lancettes, 
Der lateinische B. seinerseits widerstand nieht pojntu; Styls 0giva1 pur oder gotl1ique c0mplet; 
ganz dem Einfluß des byzantinischen; daraus, St. 0giva1 se(:0ndaire, ray0nnant, 0rnc5; St. ogi- 
sowie aus dem Hinzutreten des frifchen-germani- val tertiaire, gothique i-leuTi, i-lamlooy-tot und 
schen Elementes, entstanden die verschiedenen Ent- stsyle ogiv-il quartaire, pekpen(1iculaire, bätau1, 
wicXlungsphasen n1ittelalterlicher Kunst, die ro- prismatique- FSVUEk EUgkklkh-gVtk)Tlc)- fVz- Städt? 
mantifchen Stile des Mittelalters, frz. styles ro- anglo- gothique, engl. eng-lieh style. gothic et. 
n1antiques, ro1nanesqnes, engl. romantic styles.  und hier wieder ear1y eng1ish oder liest p0inte(l 
Wir unterscheiden unter ausdrücklicher Wieder- sit-y1e, Ring Hain-y"s, perfect oder pure gotl1io 
holung des oben Gesagten, lediglich in Rücksicht sty1e; clec0mte(l, middle pointei1 oder 1(ing 
aus bessere 1"1bersichtlichkeit, folgende Baustile. Bdwa1-c1"s stylo; -thirc1 pointe(l, 1)orpendicn1ar 
Ostgothenbauweise;-frühromanischer Stil, der style und ilxrn1boyn11t, il(-riä g0thic sty1e 
die Lombardenbauweise, Merovinger- nnd Karo- oder Tadel--style. Endlich kann man noch Jta- 
lingerbauweise mit umfaßt, frz. sey-le kamen 1)ri- lienisch-gothisch, Venetianifch-gothisch u. Spanisch- 
rnitif, gal1o-komain, cui-l0vingien, engl. ear1y ro- gothisch als besondere,Ausbildungsweisen der 
ma.nesque style,  n1ittelron1anischerStil unter den Gothik erwähnen.  Obgleich der gothische Ver- 
sächsischen Kaifern, frz. St-y1e romnn-i,ent0nique, fallstil sich noch ziemlich allgemein bis über die 
engl. r01naneeque sty1e of t-he sax0n em1)e1-org; Mitte des 16. Jahrhunderts hinaus, ja sporadisch 
hier findet ihren Platz die angclsiichsische Bau- bis in das 18. Jahrhundert hinein Geltung zu 
weise, sax0n sty1e, eak1y british St-y1e. Der bewahren wußte, tritt doch schon sehr früh- ji! 
spiitromanische Stil unter den fränkischen Kaisern, in Italien schon im 15. Jahrhundert, der Ein- 
frz. St)-le  see0n- flusz der klassischen Studien hervor. Die Re- 
de-.ire, ei eint:-e, engl. latet 1-o1nanesque st.y1e of naiffance, frz. style de la renaiss3.nce, engl. re- 
"ti1e French e1npero1-s; fast gleichzeitig tritt der viv:rl sit-yle, gliedert sich in: Frührenaissance; hier 
normannische B. auf, der sich in England als unterscheiden wir wieder die Deutschrenaissance 
anglonormannisd)er B. entwickelte, sowie die nor- (von Vielen, namentlich von den älteren Kunst- 
wegisehe und die mährische Holzbauweise. Der schriftste(llern, Neugothisch g"enannt), von der fran- 
sogenannte Übergangsstil, frz. style de transition, zöfischen und belgifchen sowie von der englischen 
engl. t1"ansiti0n-Styls, semj-kon1anesque, mixod Frührenaissanee, EliZabethan sty1e. Alle diese 
k0manesque sty1e, ist eigentlich gar nicht als Bau:-oeisen tragen das Zeichen des Kampfs zwi- 
Stil zu klassifiziren; vielmehr tritt der Übergang schen antiken Detail-Z und gothischen Hauptformen 
zur Gothik, wenn man überhaupt so sagen will, an sich. Nun folgt die eigentliche Renaissance, 
richtiger das legte Schwanken vor allgemeiner dann der Barockstil, von Vielen euphemistisch 
   
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.