Bauhaus-Universität Weimar

Wachs zu ernten; nebenbei wird Gewinn durch Ver- maßigsten Wohnungen älterer Zeit ist der aus Stroh 
kaiif von Bienenvölkern erzielt. Die Einrichtung einer "geflochtene Th o rsto et , der unten durch einen Holz- 
Bienenwirtschast erfordert nur geringes Anlagek.ap-u rahmeii zusammengehalteii .wird.w1845 trat Jyh, 
tal, das sich bei rationeller Wirtschaft ut verzinst. Dzierzon (s. d., Bd. 5) mit seinem Stocke bewegl"sÖkk 
3uchtarteii. Jn älterer Zeit betrieb man sog. Waben in die O-ffentlichkeit, und auszerordentlich 
W ald bi en e n z uch t. Der Bienenzüchter (Jmker) rasFh verbreitete sich seine Theorie-und sein. Stock, 
erwirkte sich vom Waldbesixzer die Erlaubnis, eine Dzierzon nahm hol-zstäb.chen von -Zu mai B-rette und 
Anzahl von Bien,enstd.cken ini.Walde zu halten, wo- solang wie die Breite seines Stockes; an diese klebte 
sitt er an Pacht sährl1ch Honig und Wachs zu ent- er mit flüsfigem Wachs sFhinale Wabenftreif.e-n (Rikhx- 
ruhten hatte. Der Züihter höhlte stehende dicke waben) und legte sie in seinen Stock auf, Leisten oder 
Bciumstäinme backtrogähnlich aus und verschloß in Nuten. Die Bienen bauten das Richtwaehs zu 
die senkrechte L)ffnung mit einem Brettchen, in das Waben aus. Ldste man die Wabe voii den Seiten- 
Flugöffnuiigen für die Bienen eingeschnitten waren. wäiiden los, so konnte man de1i Wabentrager mit de: 
Entweder beset-,te man die Beute alsbald.niit-einem Wabe herausheben und entweder in dieselbe ode- 
Polke oder wartete, bis ein,Sch-warm freiwillig von eine andere, gleich breite Wohnung unbeschadigt wie- 
ihr Besitz nahm. Die endlich eintretende rationelle der einhängen. Um ein Verschieden derWabenträgkk 
         
egeii rig erei man ar en ienenzu , 1i en ors i-un e o er og. en  ein die 
d. h. man stellt die Bienenstöcke im Haus-g-arten in Ohren sprangen Beicht ab, weshalb man sie wegließ 
der Nahe des Wohnhauses auf, um ne stets vor und statt derselben .Drahtstifte einschlug, welche di, 
?Iugen zu haben. Die Gartenbienenziiast ist ,eine Entfernung der Trager voneinander regulieren. Um 
Standbienenzucht, wenn die Völker sahreiii-sahr- das Herausheben der Waben aus den Stocten noch 
aus auf demselben Plage im Garten stehen bleiben; mehr zu erleichtern, erfand. Baron von Berlepsch das 
eine Wanderbienenzucht aber wird sie, -wen-n Rähmih en; dies umschließt die Wabe aus alten 
man die Stocke, sobald iniOrte die Nahrung Zur die vier Seiten, weshalb ein L-lnbauen derselben an die 
Bienen knapp wird, in eine bessere Gegend ringt. Stoikwclnde nicht nioglIVh Ist- Gegenwartig unter: 
Jii der RZgFl ist die Wanderbienenzutht lohnend, die Mehrzahl der Bienenwirte mit R(Ik)F!JFhe11. 
wenn das ettei: günstig bleibt. Der Dzierzonstock Js.Tafel, V-ig. 12) existiert in zwei 
-Standort. Bieneiivdlker stelle man nur an recht Ha-uptsormen: als Stand erk und als Lager.st-Mk, 
windftillen, besonders nicht zugigen Plagen auf. Den Bei dem .Stander geht die gros3te 2lusdehnung in die 
Strahlen der Mittagssonne dü en Bienenstocke nicht Höhe, b-ei dem Lager dagegen in die Lange. Vorder- 
ausgesetzt sein; denn im Sommer werden die Tiere und Seitenwande des Standers End I;-h cui stm-je 
in der Sonnenhlihe träge und die Winterfonn.e ver- Bohlen; zu Boden und Decke genagt ein 2,i; ein stqk- 
lockt sie zu Aus ügen, wobei sie dann im iioch liegen- les Brett. Das z3lugloa) bringi man in der 33okdek- 
deii-Schnee den Tod finden. An großen Gewäsjern, wand .unmittelbar uber dem --Boden an. zz3"y; die 
Flüssen, Teichen und Seen stelle man Bienenstöcke Uberwinterung ist es vorteilhaft, Froiit und Seiten- 
ebeiifalls nicht auf, weil Bienen, die über Gewässer wände doppelwandig anzufangen und den Zwischen- 
fliegen und niederfallen  sofort ertriiiken. Der Ort, kaum mit wcirmha tendem J) aterial auszugIUm, 
wo Bienen stehen, muß eine recht ruhige Lage haben; Baut man drei Stäiid.er ziisainiiieiihangeiid ( kei- 
besonders darf im Winter der Erdboden an ihm b eute), so sliegci-i die, Bienen nach drei veiXÖik- 
nicht stark erschüttert werden. Vor den Bienenstöcken denen Gegenden hin aus. Crrichtet man zwei kei- 
halte man einen 1 in breiten Sandpla3 stets von deuten übereinander, so0hat man die Sechsbeute. 
Gras und Unkraut rein, und in der Nähe der Stöcke Jn den beiden untern E-liahmchetilagern (Etagen) spU 
pflanze man niedrig bleibende Bäume und Sträucher das Bolk bruten,.Wintervorrate ansammeln usw 
an, wo sich dann die Schwärme anlegen.  überwintern. Der Stock must aber noch-ein-en drittes; 
Bienenwohnungen. Als Material zu Bienen- Raum haben, der dazu bestimmt ist, die..Voiiigvpk- 
wohnungen verwendet man Holz und Stroh. Je rate bis zur Ernte hin aufzunehmen-: es ist dies des: 
poröser, eine Holzart ist, desto besser eignet sie sich; sog. Honigrauin -oder .Vdni-gspeicher. Weil die 
denn die in den.Poi-en unbeweglich eingefchlofsene Bienen instinktinaßig den Honig stets im Haupte des 
Luft halt die Wittwe fest. Stroh halt die Wärme Stockes aufsammeln, so Ihm der .s)onigrautn ganz 
ebenfalls, ist billig und läßt Ich in allerlei Formen naturgemäß,uber. den J rutrautn. Beide Räum- 
derarbeiten. Die älteste Art -der Zion Menschen ange- nnd durih ein Absperrgitter aus Ble("h- Holz ppgk 
sertigten Bienenwohnungen ist die K! o H b eure, eine imprägnierter Puppe voneinander getrennt, das um- 
Nachahmung des hohlen Baumstammes. Sie ist ein den Arbeitsbienen den Zutritt in den .Honigrau1u 
Bauinstanim von Pf, bis 2u1 Länge und etwa 60 ein gestattet, Königin und -Drdhnen aber daraus .zur-i1kt- 
Durchmesser. Das Jnnere des Stammes wird back- hält. Die Beine hat in seder Etage eine Tiefe sm- 
trogähnlid; ausgehöhlt- und die Höhlung mit einem 12 Rahinchen, so daß ne, wenn sie vollständig ems- 
Brettchen versch offen, in das Flugidcher eingeschnit- gebaut ist, 36 Rähn1chFn beherbergt, von denen 24 
ten sind. Entweder stellt man die eute senkrecht auf im Brut- und 12 im HonigrautnF stehe-n. .An du 
(Ständerbeute) -oder legt sie am; eine Unterlage Hintern Seite hat die Beiite.einen Salz sur die Thqk, 
(Lagerbeute). Die ursprünSg,liche orm des Stroh- n neuester Zeit werden vieretagige Ständek- 
korbes war der allbekannte tillplorb (s. Tafel: stöcle mit 36-40 Rähniii)en den dreietagigeti vor- 
Biene und Bienenzucht, Fig.1 u. 8, Bd. 2). gezogen. 
Neben ihm traten die wunderlich ten Korbfomieii auf, Weniger Verbreitung fand Z on B(-rlepfihs.L a g - k- 
die M) jedoch ihrer Unzweckniö.szigkeit wegen nicht beute. Vorderwand und L-eitenti;.tinde find ent- 
erhielten. Der sog. Magazinkorb, aus -L-5 weder aus Bohlen gearbeitet oder sind mit warm- 
Rin en (Untei-sähen) usatnmengesexzt, spielte im haltendem Material ausgeftopste Doppelwäiide. Zuk- 
18. Sahrh. eine große l)iolle. Auch Lagerstöcke von Boden genügt ein einfaches Brett. Das Flugloch 
Stroh, sog. Walz(-n, hatte man. Eine der zwecl-  beHiidet sich in der Stirnn-nnd. Der Jnnenraiiin is:
        

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